Anstieg der Drogentodesfälle: Alarmierende Trends und Forderungen nach Handeln
Im letzten Jahr sind in Deutschland 2.137 Menschen infolge von Drogenkonsum gestorben, was eine Reduktion um 90 Fälle im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Trotz dieses leichten Rückgangs äußerte der neue Bundesdrogenbeauftragte, Hendrik Streeck, seine Besorgnis über den signifikanten Anstieg von Todesfällen bei Konsumenten unter 30 Jahren, der um 14 Prozent zugenommen hat.
Streeck betonte die Notwendigkeit einer schnelleren und systematischeren Reaktion auf das Erscheinen neuer, gefährlicher Substanzen, insbesondere synthetischer Opioide. Diese Zunahme bringt Streeck auch mit dem Opiumverbot der Taliban in Afghanistan in Verbindung, das zur Vernichtung von Mohnfeldern führte und vermehrt künstliche Opioide auf den Markt brachte.
Er warnte vor einer 'quasi pandemischen Dynamik', die durch neue Substanzen und eine unzureichende Datenlage verstärkt wird. Streeck plädierte für ein rasches Eingreifen, um eine Krise mit gravierenden gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen zu verhindern.
Positiv bewertete er die Wirkung von Drogenkonsumräumen, die seiner Meinung nach Menschenleben retten könnten. In den letzten Jahren sind die Drogentotenzahlen in Deutschland kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 2.227 Drogentote verzeichnet, 237 mehr als im Jahr zuvor und doppelt so viele wie vor einem Jahrzehnt.
Experten weisen zudem auf eine hohe Dunkelziffer hin, bedingt durch Lücken bei toxikologischen Gutachten und Obduktionen.

