Anleihenmärkte profitieren von trüben Konjunkturdaten und US-Shutdown
Die Kurse deutscher Staatsanleihen konnten am Donnerstag leicht zulegen. Der Euro-Bund-Future, als wichtige Kennzahl, verbuchte einen Anstieg von 0,07 Prozent und erreichte damit 129,09 Punkte. Parallel dazu sank die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf 2,67 Prozent.
Ein Grund für den leichten Anstieg der Anleihenkurse sind die enttäuschend ausgefallenen Industriedaten aus Deutschland. Zwar verzeichnete die Gesamtproduktion im September einen Zuwachs, doch blieb dieser deutlich hinter den Erwartungen zurück und konnte das Defizit des Vormonats keineswegs kompensieren.
Ralph Solveen, Volkswirt bei der Commerzbank, erklärte, dass einzig der Autosektor für das Plus verantwortlich zeichnete. Aufgrund der späten Lage der Werksferien im Vormonat war dessen Produktion zuvor signifikant gesunken. Solveen prognostiziert erst für das kommende Jahr eine bedeutendere Produktionssteigerung, wenn die staatliche Fiskalpolitik durch Schuldenfinanzierung ihre volle Wirkung entfaltet.
In den USA blieb es hingegen still, da aufgrund des Regierungsshutdowns keine Konjunkturdaten veröffentlicht wurden. Dieser Shutdown dauert seit dem 1. Oktober und hat mittlerweile historische Ausmaße angenommen, da sich Republikaner und Demokraten weiterhin nicht auf einen Haushalt einigen können.

