Allianz im Höhenflug: Starke Quartalszahlen und optimistischer Ausblick
Der Versicherungsriese Allianz erlebt derzeit eine Phase bemerkenswerter Erfolge, unterstützt durch ungewöhnlich geringe Kosten aus Naturkatastrophen. Im Sommerquartal zeichnete sich ein überraschender Gewinnsprung ab, was Vorstandschef Oliver Bäte veranlasste, die Gewinnerwartungen für 2025 auf 17 bis 17,5 Milliarden Euro nach oben zu korrigieren. Dies übertrifft die bisherige Zielspanne. Im selben Zeitraum fielen die Kosten aus Naturkatastrophen mit lediglich 60 Millionen Euro deutlich geringer aus als im Vorjahr, als sie noch das Zehnfache betrugen. Ein Phänomen, das auch bei anderen großen Versicherern zu beobachten war.
An der Börse stießen diese Neuigkeiten auf positive Resonanz. Die Allianz-Aktie verzeichnete einen Kursanstieg von 2,5 Prozent auf 372,40 Euro am Freitagmorgen und gehörte damit zu den Top-Performern im Dax. Seit Jahresbeginn hat die Allianz-Aktie ein beeindruckendes Viertel an Wert zugelegt, mehr als der Leitindex selbst.
Analysten zeigten sich durchweg beeindruckt von den jüngsten Ergebnissen. Philip Kett von Jefferies hob hervor, dass der operative Gewinn in allen Geschäftsbereichen leicht über den Markterwartungen lag. Thorsten Wenzel von der DZ Bank und Kamran Hossain von JPMorgan äußerten sich sogar noch positiver, wobei Hossain anmerkte, dass das angehobene Gewinnziel der Allianz noch Raum für eine vorsichtige Jahresendbetrachtung erlaubt.
Im dritten Quartal erreichte die Allianz ein operatives Ergebnis von 4,4 Milliarden Euro, fast 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach neun Monaten beläuft sich der Betrag auf knapp 13,1 Milliarden Euro. Ursprünglich war ein Jahresziel von 15 bis 17 Milliarden Euro vorgesehen, das nun sicherlich übertroffen wird. Analysten hatten im Schnitt mit gut 17 Milliarden gerechnet.
Besonders die Sparte Schaden- und Unfallversicherungen trug aufgrund geringer Katastrophenschäden signifikant zum Ergebnis bei. Ihr operatives Ergebnis kletterte um über ein Fünftel auf 2,4 Milliarden Euro, unterstützt von Preiserhöhungen zur Kompensation inflationsbedingter Schadenkosten. Die Erhöhung der Prämien im Schaden- und Unfallgeschäft ließ den Umsatz allein in den ersten neun Monaten um etwa vier Prozent steigen.
Auch die Lebens- und Krankenversicherungs-Sparte konnte im dritten Quartal ihre Gewinne um gut zwei Prozent steigern, während das Fondsgeschäft von Pimco und Allianz Global Investors um sechs Prozent zulegte. Dies spiegelt sich in den zusätzlich einfließenden zweistelligen Milliardenzahlen wider, wobei Pimco allein 49 Milliarden Euro neu entgegennehmen konnte.
Nach dem vergangenen Anlageskandal bei AGI in den USA hat die Allianz nun einen Schlussstrich gezogen. Die US-Tochter war bereits geschlossen, und die im Sommer aufgehobenen Auflagen der US-Finanzaufsicht eröffnen Pimco und Allianz Life of America wieder uneingeschränkte Handlungsmöglichkeiten.

