Zwischen Schlagabtausch und Demokratie: Scholz konfrontiert Elon Musk
In einer bemerkenswert gelassenen Haltung hat der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz auf die jüngsten Angriffe des amerikanischen Tech-Milliardärs Elon Musk geantwortet. Musk, der sich in zunehmend provokanter Weise über die ihm gehörende Plattform X äußert, hatte sowohl Scholz als auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier heftig kritisiert. Scholz jedoch bleibt standhaft: „Deutschland ist eine starke und stabile Demokratie – unabhängig von den willkürlichen Äußerungen eines Milliardärs.“
Musk, der auch für seine Unterstützung der rechtsextremen AfD Partei bekannt ist, sorgt mit seinen Kommentaren und Aktionen für politische Unruhe. Scholz erinnerte daran, dass die AfD in der Vergangenheit gegen das Tesla-Werk in Grünheide opponiert hatte, ein Projekt, das Musk einst mit Enthusiasmus vorangetrieben hatte. Zudem kritisierte der Kanzler Musks Einsatz gegen staatliche Förderungen für E-Ladesäulen in Deutschland, womit Musk seinerzeit ebenfalls den direkten Kontakt zu Scholz gesucht hatte.
SPD-Chef Lars Klingbeil und FDP-Chef Christian Lindner äußern parallel ihre Bedenken über Musks Einfluss auf politische Diskurse in Europa. Beide werfen Musk vor, seine Medienmacht zur Manipulation von Meinungen und Wahlen nutzen zu wollen, mit dem Endziel, finanzielle Vorteile zu erlangen. Lindner vermutet sogar, dass Musks Unterstützung für die AfD im Interesse der USA liegt, um Deutschland wirtschaftlich und politisch zu schwächen. FDP-Generalsekretär Marco Buschmann bezeichnet Musks AfD-Empfehlung schlichtweg als „nicht nachvollziehbar“ und zieht in Zweifel, wie jemand, der Freihandel und Innovationsgeist predigt, zur Wahl der AfD raten könne.

