Zukunft der Deutschen Bahn: Große Pläne und umfassende Sanierungen
Die Deutsche Bahn (DB) steht vor einer umfassenden Transformation. Dies verkündete Konzernchefin Evelyn Palla, die für 2026 ambitionierte Ziele setzt: Mindestens 60 Prozent der Fernzüge sollen ohne größere Verspätungen ankommen – eine leichte Verbesserung im Vergleich zur aktuellen Situation, in der fast jeder zweite ICE und IC verspätet ist.
Palla gibt sich jedoch realistisch: Eine sofortige Verbesserung des Schienennetzes sei nicht möglich. Dennoch sind für das kommende Jahr Investitionen von über 20 Milliarden Euro vorgesehen, um das veraltete Schienennetz zu stärken. Trotz neuer Sofortprogramme, die Sauberkeit, Sicherheit und Kundeninformationen optimieren sollen, bleibt die geforderte Pünktlichkeitsquote von mindestens 70 Prozent bis 2029 ein Fernziel.
Der Umbau des Konzerns ist ein zentraler Bestandteil von Pallas Strategie. Ab Januar soll eine radikale Reduzierung der Führungsebenen umgesetzt werden: 30 Prozent der rund 3.500 Stellen in der Konzernleitung werden gestrichen. Auch bei den Tochterunternehmen DB Regio und DB Fernverkehr wird der Vorstand verschlankt.
Gleichzeitig soll den regionalen Führungskräften mehr Verantwortung übertragen werden, um die Qualität vor Ort zu verbessern. Dies geschieht, während umfassende Sanierungen an vier Hauptstrecken die Betriebsfähigkeit ankurbeln sollen, auch wenn die mit Baufreiheit verbundenen Versprechungen vermutlich nicht überall einlösbar sind.
Im Geschäftsjahr 2026 werden über 28.000 Baustellen erwartet, eine Steigerung zum Vorjahr, das bereits 26.000 zählte. Auch wirtschaftlich steht die Bahn unter Druck, denn im laufenden Jahr wird voraussichtlich weiterhin ein Verlust zu verzeichnen sein. Dennoch ist Palla optimistisch, das operative Geschäft werde wieder schwarze Zahlen schreiben.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) begrüßt Pallas Initiativen, beobachtet jedoch wachsam die Entwicklungen, um zu verhindern, dass die Maßnahmen letztlich auf Kosten der Belegschaft gehen.

