Frau verletzt

Wolf nach Angriff in Hamburg «auf Bewährung» ausgewildert

06. April 2026, 15:44 Uhr · Quelle: dpa
Hamburger Wolf in Tierauffangstation
Foto: Umweltbehörde Hamburg/dpa
Der vor einer Woche mitten in Hamburg eingefangene Wolf ist wieder frei. Er sei am Ostersonntag ausgewildert worden, teilte die Umweltbehörde mit. (Foto Handout)
Ein Wolf verletzt eine Frau in Hamburg – jetzt ist er wieder frei. Warum das Tier trotzdem eng überwacht wird und was Tierschützer und Schafzüchter dazu sagen.

Hamburg/Sachsenhagen (dpa) - Der Wolf ist wieder frei. Knapp eine Woche nach dem Angriff auf eine Frau in einer Hamburger Einkaufspassage hat das Jungtier seine Gefangenschaft in einer Wildtierauffangstation bei Sachsenhagen im niedersächsischen Landkreis Schaumburg hinter sich gelassen. Der Wolf sei am Ostersonntag ausgewildert worden. Wo das Tier jetzt ist, sagt die Umweltbehörde «im Sinne des Tierschutzes» nicht.

Für den Wolf beginnt ein neues Leben

«Mit der Auswilderung beginnt für den Wolf nun ein neues Leben – hoffentlich abseits der Stadt in der Natur, wo er sich wohlfühlt», sagt Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne). Sie stellt aber auch klar: «Es ist eine Auswilderung auf Bewährung

Denn der Wolf sei nun mit einem Sender ausgestattet und der Standort des Tieres den Behörden zu jeder Zeit bekannt. Jäger könnten somit im Zweifel unmittelbar eingreifen, wenn er sich beispielsweise wieder einer Siedlung nähere. Nach Behördenangaben wird der Wolf im Rahmen des LIFE Wild Wolf-Projekts länderübergreifend überwacht. 

Ganz wohl war der Senatorin offensichtlich nicht

So ganz wohl war der Senatorin zunächst bei dem Gedanken offensichtlich nicht, den Wolf einfach wieder laufen zu lassen. So hatte sie bereits vergangene Woche gesagt: «Er hat das einmal getan, tut er das wieder?». Vorstellbar sei eine Situation, in der der Wolf auf einen Schulhof oder in eine Kita hinein laufe. «Das ist eine Situation, die ich mir nicht verzeihen würde», sagte Fegebank. 

Was war überhaupt passiert? Der Wolf war erstmals am letzten Märzwochenende im Westen der Stadt gesichtet worden. Am folgenden Montagabend (30.3.) hatte er sich dann in eine kleine, wenige Meter breite Einkaufspassage an der Großen Bergstraße im Stadtteil Altona-Altstadt verirrt und dort eine etwa 60 Jahre alte Frau verletzt. Anschließend rannte der Wolf mehrere Kilometer durch die Hamburger Innenstadt und sprang schließlich in die Binnenalster, wo ihn die Polizei einfangen und zunächst in das Wildgehege Klövensteen bringen konnte. 

Behörde: Wolf hat Frau gebissen

Nach Angaben der Umweltbehörde hatte der Wolf die Frau gebissen, als diese mutmaßlich auf das in der Passage gefangene und panische Tier zugegangen sei, um es durch die gläsernen Automatiktüren nach draußen zu lassen. Das Bundesamt für Naturschutz sprach danach vom ersten Angriff eines Wolfs gegen einen Menschen in Deutschland seit der Wiederansiedlung der Tiere 1998. Auch angesichts dieser Tragweite gab es für die Senatorin danach nicht nur die Option freilassen, sondern auch töten oder dauerhaft wegsperren.

Das brachte aber umgehend Naturschützer auf den Plan, die bezweifeln, dass der Wolf die Frau überhaupt gebissen hat. Sie verweisen etwa auf eine Zeugin, die gesehen haben will, dass der Wolf die Frau nur angesprungen habe. Die Textilhändlerin mit eigenem Geschäft in der Passage sagte dem «Hamburger Abendblatt»: «Es sah eher so aus, als hätte der Wolf sie beim Anspringen mit seiner Pranke im Gesicht getroffen.» Außerdem argumentieren die Naturschützer: Es sei unwahrscheinlich, dass das Opfer bei einem Wolfsbiss hätte lediglich ambulant behandelt werden können. 

Mahnwache für den Wolf am Ostersonntag

Unterstützer des Wolfs machten sich daher am Ostersonntagnachmittag bei einer Mahnwache an dem Ort für die Freilassung des Wolfs stark, an dem er eingefangen worden war. Nach Veranstalterangaben kamen bis zu 150 Tierfreunde, einige von ihnen brachten ihre Hunde mit, andere trugen Schilder mit der Aufschrift «Lasst ihn zurück in seine Freiheit», «Ich bin keine Trophäe» oder «Der Wolf soll bleiben». 

«Mit der Auswilderung haben wir für diesen Wolf nun eine rechtssichere Lösung gefunden, die die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger und das Tierwohl berücksichtigt», sagt Fegebank. Vor einer Entscheidung seien mit Expertinnen und Experten sämtliche Optionen abgewogen worden. Die Behörde erklärt, den Wolf zu töten, sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich und eine Unterbringung in einem Wildgehege scheitere auch an praktischen Dingen - was zuvor auch schon mehrere Wolfexperten gesagt hatten.

Schafzüchter empört: Entscheidung politisch motiviertes Wegsehen

Scharfe Kritik kommt dagegen vom Förderverein der Deutschen Schafhaltung (FDS). «Ein Wolf verletzt einen Menschen mitten in der Stadt – und die Antwort des Staates ist, ihn wieder freizulassen und zu beobachten», sagt der FDS-Vorsitzende Wendelin Schmücker. Das sei kein verantwortungsvolles Wildtiermanagement, «das ist politisch motiviertes Wegsehen».

Aus seiner Sicht wäre das Töten des Wolfs rechtlich möglich gewesen. . Stattdessen werde sehenden Auges ein weiteres Risiko in Kauf genommen. Offenbar müsse erst noch mehr passieren, bevor gehandelt werde. «Das ist gegenüber der Bevölkerung nicht vermittelbar – und gegenüber den Tierhaltern schon lange nicht mehr.»

Tier / Umwelt / Notfall / Wissenschaft / Hamburg / Niedersachsen / Wolf
06.04.2026 · 15:44 Uhr
[1 Kommentar]
Pakistans Armeechef zu Gesprächen in Teheran
Teheran (dpa) - Inmitten neuer Verhandlungsbemühungen im Iran-Krieg hat der pakistanische Armeechef Asim Munir in Teheran politische Gespräche mit der iranischen Führung geführt. Am Freitagabend traf er sich nach Angaben des Staatssenders Irib zu einem Austausch mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi. Inhaltliche Details wurden nicht […] (01)
vor 20 Minuten
Katie Price hat erklärt, dass sie ihren Ehemann Lee Andrews vermisst – neun Tage nach dessen Verschwinden.
(BANG) - Katie Price hat erklärt, dass sie ihren Ehemann Lee Andrews vermisst – neun Tage nach dessen Verschwinden. Das frühere Glamour-Model feierte seinen 48. Geburtstag am Freitag (22. Mai) allein und veröffentlichte in den sozialen Medien ein bewegendes Video mit Fotos von sich und Lee, der seit vergangener Woche nicht mehr gesehen wurde, als er […] (00)
vor 3 Stunden
Apple dominiert Smartphone-Weltmarkt im ersten Quartal 2026
Im ersten Quartal 2026 hat Apple mit dem iPhone die Führung auf dem weltweiten Smartphone-Markt übernommen. Dies berichtet das Marktforschungsunternehmen Counterpoint Research. Das Unternehmen zeichnete für 21 Prozent aller Auslieferungen verantwortlich und verbuchte im Vergleich zum Vorjahr ein […] (00)
vor 1 Stunde
Gothic Remake erscheint nicht vollständig auf Disc – Fans zeigen sich sauer
Am 5. Juni soll endlich das Gothic Remake erscheinen, das 2019 offiziell mit einem spielbaren Teaser angekündigt wurde. Kurz vor Release sorgt Publisher THQ Nordic nun bei manchen Fans allerdings für Unmut – insbesondere bei Sammlern. Denn die physische Ausgabe des Rollenspiels dürfte ohne Internet nicht vollständig installierbar sein. Wer die Disc- […] (00)
vor 41 Minuten
Lifetime setzt neuen True-Crime-Thriller mit Tia Mowry an
Mit «Single Black Tenant» kehrt Tia Mowry Ende Juni für eine weitere Produktion zum US-Sender Lifetime zurück. Der amerikanische Fernsehsender Lifetime baut seine Reihe „Ripped from the Headlines“ weiter aus und setzt dabei erneut auf Tia Mowry. Die Schauspielerin übernimmt in dem neuen Thriller Single Black Tenant nicht nur die Hauptrolle, sondern fungiert auch als ausführende Produzentin. […] (00)
vor 1 Stunde
Uli Hoeneß
München (dpa) - Uli Hoeneß hat die Kommunikation um die Nominierung des deutschen WM-Torwarts durch Bundestrainer Julian Nagelsmann bemängelt. «Das war nicht in Ordnung, nicht fair», sagte der 74 Jahre alte Ehrenpräsident des FC Bayern München im «Spiegel»-Spitzengespräch. Es sei ein Fehler gewesen, bereits im Frühjahr die Entscheidung zu verkünden, […] (00)
vor 1 Stunde
DAX setzt Aufwärtsbewegung fort – Iran-Hoffnungen und fallende Ölpreise treiben Kurse
Hoffnung auf Deeskalation im Iran-Konflikt belebt den DAX Der Deutsche Aktienindex DAX setzt seine Aufwärtsbewegung in dieser Woche fort, getrieben durch die wachsende Hoffnung auf eine Beruhigung des Konflikts im Iran. Die geopolitischen Spannungen, die in den vergangenen Wochen für erhebliche Unsicherheit an den Finanzmärkten gesorgt haben, deuten […] (00)
vor 41 Minuten
Modellbau Utensilien professionell entfetten und reinigen
Mörfelden-Walldorf, 23.05.2026 (lifePR) - Modellbau Utensilien professionell entfetten und reinigen Jeder Modellbauer kennt das Problem: fettige Fingerabdrücke, Staub oder Schweiß auf empfindlichen Bauteilen. Gerade beim Kleben oder Lackieren ist eine absolut saubere Oberfläche entscheidend, damit die Arbeit gelingt und das Modell ein perfektes Finish […] (00)
vor 6 Stunden
 
kostenloses stock foto zu @draussen, blätter, botanik
Sonnenschein mit vereinzelten Wolkenfeldern Am Samstag scheint überwiegend die […] (02)
Lagertank Notfall in Kalifornien
Los Angeles (dpa) - Die drohende Explosion eines Lagertanks mit einer brennbaren, […] (00)
Mitmach-Aktion mit Bundespräsident Steinmeier
Berlin (dpa) - Zum Grundgesetztag hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Menschen in […] (03)
Öltanker in Russland
Noworossijsk (dpa) - Die Ukraine hat mit einem weiteren Drohnenangriff eine […] (02)
«The Breakfast Club» startet auch bei Netflix
Die erfolgreiche US-Radiosendung wird ab Juni werktäglich live bei Netflix übertragen und […] (00)
Erster Trailer zu F1 26 zeigt neue Inhalte für F1 25
Mit dem ersten offiziellen Trailer zu F1 26 haben EA Sports und Codemasters […] (00)
Der nächste öffentliche Streit zwischen Oliver Pocher und Amira Aly sorgt für mächtig Wirbel.
(BANG) - Der nächste öffentliche Streit zwischen Oliver Pocher und Amira Aly sorgt […] (00)
Alexander Zverev
Paris (dpa) - Bei seinem nächsten Anlauf auf den ersehnten ersten Grand-Slam- […] (01)
 
 
Suchbegriff