Wegen Kontroverse um Kanye West: Wireless Festival verliert wichtigen Sponsor
(BANG) - Pepsi hat sich nach Kritik an Kanye West aus dem Sponsoring des Wireless Festival zurückgezogen.
Der umstrittene Rapper war als Headliner für alle drei Abende des diesjährigen Londoner Events angekündigt worden, das im Rahmen einer seit 2015 bestehenden Partnerschaft unter dem Namen 'Pepsi MAX Presents Wireless' lief. Nun hat der Lebensmittel- und Getränkekonzern jedoch seinen Namen zurückgezogen.
In einer Erklärung sagte ein Sprecher gegenüber 'Billboard': "Pepsi hat beschlossen, sein Sponsoring des Wireless Festivals zurückzuziehen." Die Entscheidung wurde nur wenige Stunden, nachdem der britische Premierminister Keir Starmer die Buchung von Ye verurteilt hatte, bekannt gegeben. "Es ist zutiefst besorgniserregend, dass Kanye West trotz seiner früheren antisemitischen Äußerungen und der Verherrlichung des Nationalsozialismus für das Wireless gebucht wurde", erklärte Starmer.
Antisemitismus in jeder Form sei "abscheulich" und müsse überall entschieden bekämpft werden. "Jeder trägt Verantwortung dafür, dass Großbritannien ein Ort ist, an dem sich jüdische Menschen sicher fühlen", ergänzte der Premierminister. Kanye – dessen neues Album 'Bully' am 28. März erschienen ist – soll an drei aufeinanderfolgenden Abenden vom 10. bis 12. Juli auftreten. Die Buchung des 'All of the Lights'-Interpreten hat angesichts der Kontroversen um seine früheren antisemitischen Aussagen in den letzten Jahren scharfe Kritik ausgelöst.
Der Jewish Leadership Council bezeichnete die Entscheidung des Festivals als "zutiefst unverantwortlich". Gegenüber 'Billboard' erklärten sie: "Die jüdische Gemeinschaft im Vereinigten Königreich ist derzeit mit einem Rekordniveau an Antisemitismus konfrontiert, darunter ein Terroranschlag in Manchester, Angriffe auf Krankenwagen in Golders Green und vereitelte Anschlagspläne, die viele weitere Menschen hätten töten können."
Anfang dieses Jahres hatte Kanye eine ganzseitige Anzeige im 'Wall Street Journal' geschaltet, in der er sich sowohl bei der jüdischen als auch bei der schwarzen Gemeinschaft entschuldigte. Aufgrund seiner bipolaren Störung habe er den "Bezug zur Realität verloren". Der Musiker habe Dinge gesagt und getan, die er heute "zutiefst bereue". Ye beteuerte: "Ich verpflichte mich zu Verantwortung, Behandlung und echter Veränderung. Das entschuldigt mein Verhalten jedoch nicht. Ich bin kein Nazi und kein Antisemit."


