Zollängste und Rechtsentscheidungen: Bewegte Zeiten für den DAX
Der deutsche Aktienmarkt startet in die Woche mit bedrückten Gefühlen, angeheizt durch neue Sorgen um mögliche Strafzölle. Bereits vor dem Auftakt der Xetra-Sitzung deutet der X-Dax auf einen Rückgang des DAX auf 24.938 Punkte hin, was einem Minus von bis zu 1,4 Prozent gegenüber dem Handelsschluss am Freitag entspricht. Dieses Abrutschen katapultiert den DAX zurück unter die symbolische Grenze von 25.000 Punkten und kontrastiert die zuletzt erreichten Rekordstände. Auch der EuroStoxx 50, der vergangene Woche Höchstwerte erzielte, wird am Montag schwächer eingeschätzt als sein deutscher Pendants.
Die Ursache für diese neue Turbulenz: US-Präsident Donald Trump hat jüngst Strafzölle von 10 Prozent ab Februar und sogar 25 Prozent ab Juni angekündigt, sollten die Verhandlungen über den Kauf Grönlands durch die USA scheitern. Betroffen sind acht europäische NATO-Staaten, Deutschland eingeschlossen. Als Reaktion plant EU-Ratspräsident António Costa einen Sondergipfel, der voraussichtlich am Donnerstag stattfinden könnte. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners beurteilt die Lage als ernst, doch beruhigt, dass noch zwei Wochen für Verhandlungen bleiben, um eine drohende Eskalation der Zollkonflikte zu verhindern. Die EU wird sich dieses Mal jedoch wohl kaum kleinlaut zeigen.
Unterdessen können Bayer-Aktien jubeln. Der US Supreme Court hat den langjährigen Glyphosat-Rechtsstreit erneut auf den Prüfstand genommen, was den Anlegern neue Hoffnung auf ein wegweisendes Urteil gibt. Erfreuliche Nachrichten kamen vor allem am Freitagabend, als Bayer auf Tradegate Gewinne von bis zu 5,7 Prozent verbuchte. Der jüngste Kursaufschwung bedeutet für Bayer nach jahrelangen Schmerzen eine erfreuliche Bodenbildung.
Einen Dämpfer hingegen erleiden die Aktien von BMW. Analyst Romain Gourvil von der Berenberg Bank sah sich gezwungen, seine Kaufempfehlung für BMW-Aktien zurückzuziehen. Die Bewertung erschien ihm angemessen, während die Nachfrage im Premium-Segment, besonders in China, angespannt bleibt.

