Wohngeld: Antragsflut und lange Bearbeitungszeiten sorgen für Alarm bei Ländern und Kommunen
Die Lage beim Wohngeld ist alarmierend: Aufgrund einer Antragsflut und immer längerer Bearbeitungszeiten schlagen Länder und Kommunen nun Alarm. Die Verwaltungsvorgänge müssen dringend vereinfacht und entbürokratisiert werden, um sicherzustellen, dass alle Bürgerinnen und Bürger die ihnen zustehende finanzielle Unterstützung schnell erhalten können. Das betonte der Vorsitzende der Bauministerkonferenz und bayerische Ressortchef, Christian Bernreiter, gegenüber der 'Augsburger Allgemeinen'.
Die Reform der Bundesregierung vor einem Jahr, mit der der Kreis der berechtigten Haushalte von 595.000 im Jahr 2021 auf zwei Millionen ausgeweitet wurde, sei zwar prinzipiell richtig, müsse aber praxistauglich umgesetzt werden, so der CSU-Politiker Bernreiter weiter. Auch der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, André Berghegger, forderte in der Zeitung rasche Vereinfachungen. Die Abläufe müssten durchgängig digitalisiert und aufeinander abgestimmt werden. Berghegger wies zudem auf die immer noch hohe Anzahl von Papieranträgen hin und betonte, dass viele Kommunen Kurzbescheide für Vorschusszahlungen an bedürftige Mieterhaushalte ausstellen würden. Doch auch hier entstehe ein erheblicher Arbeitsaufwand für die nachträglichen Überprüfungen.
Ein besonders drastisches Beispiel für die lange Bearbeitungszeit ist München, wo es trotz der Schaffung von etwa 60 neuen Vollzeitstellen im Rahmen der Reform fast zwei Jahre dauert, bis die Wohngeldanträge endgültig genehmigt werden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf das Sozialreferat der Stadt.
Das Wohngeld wird von Bürgern beantragt, die im Verhältnis zu ihren Wohnkosten nur über ein geringes Einkommen verfügen. Das komplizierte Antragsverfahren, das oft jährlich neu beantragt werden muss, wird von Experten auch als Hürde für beispielsweise ältere Menschen angesehen, die staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen möchten. (eulerpool-AFX)

