Wie reduziert THC Angststörungen?

Wenn Sie mit Angstzuständen leben, sind Sie wahrscheinlich schon auf einige der vielen Behauptungen gestoßen, die sich um die Verwendung von Marihuana bei Angstsymptomen ranken.
Viele Menschen halten Marihuana für hilfreich bei Angstzuständen. Eine 2017 durchgeführte nationale Umfrage Trusted Source unter mehr als 9.000 Amerikanern ergab, dass 81 Prozent der Meinung sind, dass Marihuana einen oder mehrere gesundheitliche Vorteile hat. Fast die Hälfte dieser Befragten nannte "Linderung von Angst, Stress und Depressionen" als einen dieser potenziellen Vorteile.
Aber es scheint genauso viele Menschen zu geben, die sagen, dass Marihuana ihre Angstzustände verschlimmert.
Also, was ist die Wahrheit? Ist Marihuana gut oder schlecht bei Angstzuständen? Wir haben die Forschungsergebnisse zusammengetragen und mit einigen Therapeuten gesprochen, um einige Antworten zu erhalten.
Zunächst eine Anmerkung zu CBD und THC
Bevor wir uns mit dem Thema Marihuana und Angst beschäftigen, ist es wichtig zu wissen, dass Marihuana zwei Hauptwirkstoffe enthält: THC und CBD.
Kurz und bündig
THC ist die psychoaktive Substanz, die für den "Rausch" verantwortlich ist, den man mit Marihuana verbindet.
CBD ist die nicht psychoaktive Verbindung, die für eine Reihe von möglichen therapeutischen Zwecken verwendet wird.
Wie es helfen kann
Es steht außer Frage, dass viele Menschen Marihuana gegen Angstzustände verwenden.
"Viele Klienten, mit denen ich gearbeitet habe, haben berichtet, dass sie Cannabis, einschließlich THC, CBD oder beides, verwenden, um Ängste zu reduzieren", sagt Sarah Peace, eine zugelassene Beraterin in Olympia, Washington.
Zu den häufig berichteten Vorteilen des Marihuanakonsums gehören:
- ein gesteigertes Gefühl der Ruhe
- verbesserte Entspannung
- besserer Schlaf
Peace sagt, dass ihre Klienten von diesen und anderen Vorteilen berichtet haben, darunter ein größerer Seelenfrieden und eine Reduzierung von Symptomen, die sie als unerträglich empfanden.
Peace erklärt, dass ihre Kunden berichtet haben, dass Marihuana insbesondere bei folgenden Symptomen hilft:
- Agoraphobie
- Sozialer Ängstlichkeit
- Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD), einschließlich Flashbacks oder Traumareaktionen
- Panikstörung
- Phobien
- Schlafstörungen im Zusammenhang mit Angstzuständen
Was Peace in ihrer Praxis sieht, deckt sich mit den meisten Forschungsergebnissen über Marihuana und Angstzustände.
Ein Bericht aus dem Jahr 2015 von Trusted Source unterstützt CBD als eine potenziell hilfreiche Behandlung von Angstzuständen, insbesondere von sozialen Ängsten. Und es gibt einige Hinweise darauf, dass THC in niedrigen Dosen ebenfalls helfen kann. Bei Bedarf können Sie auch THC kaufen. Es ist inzwischen schon online möglich und legal bis zu 5g.
Es ist allerdings keine vollständige Heilung. Stattdessen berichten die meisten Menschen, dass es ihnen hilft, ihr gesamtes Leid zu lindern.
"Zum Beispiel hat jemand vielleicht nur noch eine Panikattacke pro Tag statt mehrerer. Oder sie können mit einem hohen, aber überschaubaren Maß an Angst einkaufen gehen, während sie vorher nicht aus dem Haus gehen konnten", erklärt Peace.
Wie es schaden kann
Während Marihuana einigen Menschen mit Angstzuständen zu helfen scheint, hat es bei anderen den gegenteiligen Effekt. Einige bemerken einfach keine Wirkung, während sich bei anderen die Symptome verschlimmern.
Was ist der Grund für diese Diskrepanz?
THC, die psychoaktive Verbindung in Marihuana, scheint ein wichtiger Faktor zu sein. Hohe THC-Konzentrationen werden mit verstärkten Angstsymptomen wie erhöhter Herzfrequenz und rasenden Gedanken in Verbindung gebracht.
Außerdem scheint Marihuana nicht die gleiche Langzeitwirkung zu haben wie andere Behandlungen von Angstzuständen, einschließlich Psychotherapie oder Medikamente. Die Verwendung von Marihuana kann eine dringend benötigte vorübergehende Erleichterung bringen, ist aber keine langfristige Behandlungsmöglichkeit.
"Ich denke, dass Cannabis, wie jedes Medikament, eine Unterstützung sein kann", sagt Peace. "Aber wenn Sie nicht Ihren Lebensstil ändern oder innerlich an Ihrer psychischen Gesundheit arbeiten, werden Ihre Ängste wahrscheinlich in irgendeiner Form bestehen bleiben, wenn Ihre Stressoren oder Angstauslöser bestehen bleiben."
Andere Dinge, die zu beachten sind
Auch wenn Marihuana eine Möglichkeit zu sein scheint, die möglichen Nebenwirkungen von verschreibungspflichtigen Medikamenten zu vermeiden, gibt es dennoch einige Nachteile zu beachten.
Negative Nebenwirkungen
Dazu gehören:
- erhöhte Herzfrequenz
- erhöhte Schweißbildung
- rasende oder sich drehende Gedanken
- Probleme mit der Konzentration oder dem Kurzzeitgedächtnis
- Reizbarkeit oder andere Stimmungsschwankungen
- Paranoia
- Halluzinationen und andere Symptome einer Psychose
- Verwirrung, Gehirnnebel oder ein "gefühlloser" Zustand
- Verminderte Motivation
- Schlafschwierigkeiten
- Risiken beim Rauchen
Das Rauchen und Dampfen von Marihuana kann zu Lungenreizungen und Atemproblemen führen und Ihr Risiko für bestimmte Arten von Krebs erhöhen.
Außerdem wird das Dampfen von Marihuana von Trusted Source mit einem jüngsten Anstieg potenziell lebensbedrohlicher Lungenverletzungen in Verbindung gebracht.
Abhängigkeit und Sucht
Entgegen der landläufigen Meinung sind sowohl Sucht als auch Abhängigkeit von Marihuana möglich.
Peace erzählt, dass es einigen ihrer Kunden schwerfällt, bei täglichem oder regelmäßigem Cannabiskonsum die Grenze zwischen medizinischem Gebrauch und Missbrauch zu ziehen.
"Diejenigen, die es häufig konsumieren, um sich zu betäuben oder sich nicht um die Dinge zu kümmern, die ihnen Stress bereiten, berichten auch oft, dass sie das Gefühl haben, von Cannabis abhängig zu sein", sagt Peace.

