Affäre um Sexualstraftäter

Wer und was in den Epstein-Akten zu sehen ist

20. Dezember 2025, 14:14 Uhr · Quelle: dpa
Epstein-Affäre
Foto: Uncredited/U.S. Department of Justice/AP/dpa
Jeffrey Epstein steht im Zentrum eines Skandals, der weite Kreise nicht nur in die US-amerikanische Politik und High Society zieht.
Die veröffentlichten Epstein-Akten zeigen Fotos und Protokolle zu Missbrauchsvorwürfen. Welche bekannten Namen auftauchen und was die Schwärzungen bedeuten, bleibt spannend.

Washington (dpa) - Vieles ist komplett geschwärzt, manches verwirrend, anderes wiederum verstörend: Lange wurde auf die Veröffentlichung der Epstein-Akten gewartet. Nun, vor wenigen Stunden, hat das US-Justizministerium damit begonnen, die sensiblen Daten der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Weltweit durchforsteten Medienhäuser über Stunden die riesigen Datenmengen. Das Justizministerium erntete bereits Kritik für die vielen Schwärzungen von Material.

Alle Akten wurden bisher noch nicht veröffentlicht. In den Unmengen an dem nun bekannten Material finden sich jedoch bereits zahlreiche Fotos, Videos, Protokolle, Druckaufträge, Klageschriften und andere Dokumente. Doch was sagen diese Informationen aus und was ist bereits bekannt? Ein Überblick.

Warum sind die Epstein-Akten so brisant?

Der Fall Epstein beschäftigt die Öffentlichkeit seit vielen Jahren. Jahrelang hatte der US-Multimillionär aus New York einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Über mehrere Jahre hinweg soll Epstein minderjährige Mädchen etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. Vor sechs Jahren kam er im Alter von 66 Jahren in einer Gefängniszelle zu Tode.

Der Finanzier hatte beste Kontakte in die High Society, was zahlreiche Spekulationen über die Tragweite des Skandals mit sich brachte. Immer wieder kam die Frage auf, welche prominente Persönlichkeiten in Epsteins Machenschaften verwickelt gewesen sein könnten - darunter etwa US-Präsident Donald Trump. Per Gesetz wurde schließlich vor einem Monat die Veröffentlichung der Akten verfügt, gegen die sich Trump lange gewehrt hatte.

Was steht in den bisher veröffentlichten Akten?

Ab Freitagnachmittag (Ortszeit) stellte das Ministerium einen Schwall an Daten online, die Teil der Ermittlungen gewesen sein sollen. Bis zum Vormittag waren sieben solche Pakete online. Einige der Fotos sind bereits bekannt. Dokumente, die als geheim eingestuft werden, müssen nicht veröffentlicht werden. Eine Erklärung oder Erläuterungen zu den Dateien gab das Ministerium nicht ab - laut dem Gesetz ist es dazu innerhalb einer weiteren Frist aber verpflichtet.

Was aus den zahlreichen Dokumenten heraussticht:

  • Fotos mit Epstein und Maxwell: Auf den Bildern sind häufig zwei Personen zu sehen - der Millionär und seine Vertraute. Ghislaine Maxwell wurde im Jahr 2022 verurteilt. Laut Urteil hatte sie eine zentrale Rolle beim Aufbau von Epsteins Missbrauchsring, sie sitzt nun im Gefängnis. Aufnahmen zeigen die beiden etwa beim Feiern.
  • Fotos von Zuhause und von Reisen: Viele Bilder zeigen Epstein und Maxwell auf Reisen. Auch Aufnahmen von Epsteins Zuhause in New York sind abgebildet. Darunter Treppenaufgänge, ein Arbeitsplatz mit vielen Bildschirmen, Aktenschränke, Sexspielzeug, Sportgeräte, Kleiderschränke.
  • Dokumente: Es gibt viele Protokolle, angefangen von Druckaufträgen, Klageschriften, Verhörprotokollen sowie eine Checkliste des FBI bis hin zu Listen, auf denen bis auf Zeit und Datum kaum etwas anderes zu sehen ist.

Sind auf den Bildern Straftaten zu sehen?

Nein. Bei einer ersten Sichtung waren zunächst keine Bilder enthalten, auf denen etwa sexueller Missbrauch oder andere Straftaten zu sehen sind. Per Gesetz darf das Justizministerium derartige Aufnahmen und Dokumente auch weiterhin zurückhalten.

Akten, die laut Gesetz einen «eindeutig ungerechtfertigten Eingriff in die Privatsphäre darstellen», können ebenfalls ausgenommen werden. Das gilt auch für die Veröffentlichung von Informationen, die mögliche Bundesermittlungen oder Gerichtsverfahren gefährden würden, oder deren Geheimhaltung im Interesse der nationalen Verteidigung oder der Außenpolitik liegt.

Welche prominenten Persönlichkeiten tauchen auf?

Einige Prominente tauchen in den Akten mit Bildern auf. Unter ihnen ist sehr häufig Ex-Präsident Bill Clinton zu finden, aber auch Rockstar Mick Jagger, der 2009 verstorbene Pop-König Michael Jackson oder der Schauspieler Kevin Spacey.

Auch der britische Ex-Prinz Andrew - nun Andrew Mountbatten-Windsor genannt - der wegen seiner Verstrickung in den Skandal bereits in Verruf geriet und jüngst seine Adelstitel abgeben musste, kommt vor. Ein schwarz-weißes Foto soll ihn dabei zeigen, wie er auf einer Couch lachend über dem Schoß mehrerer Personen liegt. Hinter ihm steht demnach Maxwell, neben ihr eine Frau. Die Gesichter weiterer Personen sind geschwärzt. 

Die reine Nennung oder Abbildung in den Akten ist kein Hinweis auf ein Fehlverhalten. Viele der bereits früher identifizierten Personen hatten eine Verstrickung in Epsteins kriminelle Machenschaften stets abgestritten.

Inwieweit taucht Trump in den Akten auf?

Das ist für viele, gerade auch seine Anhänger, die entscheidende Frage. Trump kannte Epstein gut, wie frühere Fotos zeigen. Allerdings gibt es keine Hinweise auf eine Verwicklung des Republikaners in den Skandal, Trump selbst hatte jegliche Vorwürfe dieser Art stets bestritten.

Doch der US-Präsident ist deswegen in den vergangenen Wochen massiv unter Druck geraten. Noch im Präsidentschaftswahlkampf hatte er die Freigabe der Akten gefordert, dann sträubte er sich nach dem Amtsantritt. Selbst im eigenen Lager erntete er dafür Kritik. Erst auf massiven Druck der Öffentlichkeit und des Parlaments unterschrieb er im November das vom US-Parlament verabschiedete Gesetz zur Veröffentlichung.

In den nun veröffentlichten Dokumenten kommt Trump zwar vereinzelt vor, nach ersten Auswertungen scheint es jedoch kaum neue Informationen über das Verhältnis zwischen Epstein und Trump zu geben. Der US-Präsident äußerte sich zunächst nicht dazu.

Warum sprechen alle über Bill Clinton? 

Ex-Präsident Bill Clinton, dem Trump in dieser Sache immer wieder Vorwürfe gemacht hat, kommt in den veröffentlichten Dokumenten hingegen besonders häufig vor. Immer wieder taucht er auf Fotos auf - zum Beispiel beim Schwimmen im Pool mit Maxwell. Auf anderen Aufnahmen sieht man den Demokraten ohne Bezug zu den beiden.

Ein Sprecher Clintons, Angel Urena, kritisierte die Veröffentlichung der Fotos als Ablenkungsmanöver des Weißen Hauses. Auf der Plattform X schrieb Urena, es gebe zwei Gruppen von Menschen. Eine erste Gruppe, die nichts gewusst und die Beziehung zu Epstein abgebrochen habe, bevor dessen kriminelle Taten ans Licht gekommen seien. Und dann gebe es eine zweite Gruppe, die auch danach ihre Beziehungen zu ihm weitergeführt habe. «Wir gehören zur ersten Gruppe.» 

Trump behauptete in den vergangenen Wochen immer wieder, dass Clinton auf der Privatinsel Epsteins gewesen sei. Selbst Trumps Stabschefin Susie Wiles widersprach aber dieser Darstellung.

Warum wird das Justizministerium kritisiert?

Die Initiatoren des Gesetzes für die Veröffentlichung der Ermittlungsakten werfen dem Justizministerium vor, Informationen zurückzuhalten. Der demokratische Kongressabgeordnete Ro Khanna sagte in einem auf X veröffentlichen Video, dass ein 119 Seiten langes Dokument mit Zeugenaussagen ohne jede Erklärung komplett geschwärzt worden sei. Man wolle eine vollständige Freigabe der Ermittlungsakten.

Unterstützung dafür erhielt Khanna unter anderem vom Republikaner Thomas Massie, der die Gesetzesinitiative zusammen mit dem Demokraten angestoßen hatte. Auch der demokratische Minderheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, beklagte auf der Plattform X, dass das Ministerium «nur einen Bruchteil der gesamten Beweismittel» veröffentlicht habe. Man werde alle Möglichkeiten ausschöpfen, um sicherzustellen, dass die Wahrheit ans Licht komme.

Wie geht es jetzt weiter?

In den nächsten Wochen sollen weitere Hunderttausende Dokumente veröffentlicht werden, wie Vize-Justizminister Todd Blanche im Sender Fox News erklärte. Ihm zufolge müssen Seiten vor einer Veröffentlichung zum Schutz der Identität der Opfer bearbeitet werden.

Allerdings sieht das neue Gesetz auch vor, dass das Justizministerium innerhalb von 15 Tagen nach der vollständigen Veröffentlichung dem Kongress einen Bericht zur Verfügung stellen muss, der alle Schwärzungen begründet und eine Liste aller Regierungsmitarbeiter und politisch relevanten Personen umfasst, die in den Dokumenten der Epstein-Akten vorkommen.

Regierung / Kriminalität / USA / Fragen & Antworten
20.12.2025 · 14:14 Uhr
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