Kritische Infrastruktur: Deutschlands Funktechnik unter Beschuss
Ein aktueller Bericht der "Wirtschaftswoche" offenbart, dass zahlreiche Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Deutschland ungeschützte Funktechnik nutzen. Betroffene Bereiche sind insbesondere Haftanstalten, Flughäfen und Energieversorger, deren digitale Funknetze mit einfachen Mitteln abhörbar sind. Der Verzicht auf Verschlüsselung aus Kostengründen könnte sich als sicherheitspolitisches Risiko erweisen.
Die AG Kritis, eine Fachgruppe für den Schutz kritischer Infrastrukturen, zeigt sich alarmiert. Sprecher Thomas Blinn bezeichnete die Lage als sicherheitspolitisches Armutszeugnis und warnte eindringlich vor den Gefahren ungeschützter Funkkommunikation. Die aktuelle Praxis erleichtere es potenziellen Angreifern, sensible Informationen abzufangen, was die Versorgungssicherheit und im schlimmsten Fall Menschenleben gefährde.
Der Bericht verdeutlicht, dass es lediglich eines Laptops, frei zugänglicher Software und ein wenig technischem Know-how bedarf, um in die unverschlüsselten Netze einzudringen. Obwohl der Tetra-Standard als sicher gilt, da er auch von der Polizei genutzt wird, haben sich einige Betreiber innerhalb kritischer Infrastrukturen gegen eine Verschlüsselung entschieden. Diese Einsparung könnte sich langfristig als riskanter Fehltritt erweisen.

