Epstein-Akten: Trump geht auf Distanz zu Clinton-Kritik

Drei Tage nach der Veröffentlichung umfangreicher Ermittlungsakten im Fall Jeffrey Epstein hat sich US-Präsident Donald Trump erstmals ausführlicher dazu geäußert. Dabei vermied er es, seine bisher scharfen Angriffe gegen den ehemaligen Präsidenten Bill Clinton weiterzuführen. Stattdessen äußerte er Unmut über die Vielzahl an Bildern in den Akten, die Clinton zeigen, und nannte dies eine 'schreckliche Sache'.
Vergangenen Freitagabend veröffentlichte das US-Justizministerium tausende Dateien, nachdem sowohl die Öffentlichkeit als auch der Kongress starken Druck ausgeübt hatten. Diese Freigabe erfolgte kurz vor Ablauf einer gesetzlich auferlegten Frist. In den Akten sind zahlreiche Bilder des Demokraten Clinton zu finden.
Trump gab an, dass er der Ansicht sei, Clinton könne mit der Situation umgehen. Er betonte seine frühere gute Beziehung zu ihm, äußerte jedoch Unbehagen über die Situation, die sowohl von den Demokraten als auch einigen Republikanern forciert werde. Die Veröffentlichung der Fotos ohne Zusammenhang mit Epstein kritisierte er als rufschädigend.
Der Epstein-Skandal zieht nach wie vor weite Kreise. Der verstorbene Finanzier hatte weitreichende Verbindungen zu Prominenten, was die Brisanz der Ermittlungsakten verstärkt. Die gesetzlichen Vorgaben zur Offenlegung der Dokumente, gegen die sich Trump stark gewehrt hatte, führten letztlich zu deren Freigabe.
Während einige bekannte Persönlichkeiten wie Mick Jagger, Michael Jackson und Kevin Spacey nur vereinzelt abgelichtet sind, taucht Clinton mehrfach auf den Fotos auf. Trumps bisherige Versuche, Clinton mit dem Epstein-Fall in Verbindung zu bringen, werden nun durch milder klingende Töne ersetzt. Die Gründe für diesen Kurswechsel bleiben unklar, jedoch forderte Clintons Sprecher weiterhin volle Transparenz von Trump und dem Justizministerium.

