Affäre um Sexualstraftäter

Was in den neu veröffentlichten Epstein-Files drinsteckt

31. Januar 2026, 14:12 Uhr · Quelle: dpa
Epstein-Akten
Foto: Mehmet Eser/ZUMA Press Wire/dpa
Die Veröffentlichung der Epstein-Akten wird seit langem gefordert - und hat auch Trump unter Druck gesetzt. (Archivbild)
Das US-Justizministerium hat etliche weitere Epstein-Akten veröffentlicht. Was aus dem Wust der Dokumente nun für Aufmerksamkeit sorgt.

Washington/London (dpa) - Mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten, Tausende Videos und weit mehr als 100.000 Fotos: Das US-Justizministerium hat weitere Ermittlungsakten zum Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht. Für Aufsehen sorgen dieses Mal insbesondere E-Mails mit mächtigen Männern - darunter Tech-Milliardär Elon Musk und der britische Ex-Prinz Andrew. 

Neben E-Mails sind unter anderem Gerichtsdokumente, ärztliche Gutachten und Ermittlungsunterlagen veröffentlicht worden. Der stellvertretende US-Justizminister Todd Blanche sagte, auch pornografisches Material sei unter den Dateien. Insgesamt sind mittlerweile elf Datensätze auf der Webseite des Justizministeriums zu finden. Mit der Veröffentlichung der ersten Akten hatte das Justizministerium Ende Dezember begonnen.

Prominente ausdrücklich nicht unkenntlich gemacht

Viele der neuen Dateien reichen mehr als ein Jahrzehnt zurück und werfen Licht auf die Beziehungen des Sexualstraftäters, nachdem er bereits 2008 zu einer Haftstrafe verurteilt worden war. Auch zahlreiche unkenntlich gemachte Dokumente sind zu finden. Geschwärzt habe man unter anderem persönliche Daten von Opfern. Von der Veröffentlichung ausgenommen wurde auch pornografisches Material, auf dem Kinder zu sehen seien, sowie alles, was die Ermittlungen auf Bundesebene behindern könne, hieß es. 

Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. 2019 kam er im Alter von 66 Jahren in einer Gefängniszelle zu Tode. Besonders groß ist das Interesse an dem Fall, weil Epstein beste Kontakte in die High Society hatte. Das brachte zahlreiche Spekulationen über die Tragweite des Skandals mit sich. 

Oft kam die Frage auf, welche Promis in Epsteins Machenschaften verwickelt gewesen sein könnten - dabei fiel auch der Name des US-Präsidenten Donald Trump. Der hatte im Wahlkampf zwar die Freigabe aller Akten versprochen, wehrte sich nach Amtsantritt aber lange dagegen. Letztlich wurde die Veröffentlichung erst per Gesetz im November 2025 verfügt. 

Das Ministerium stellte nun klar, dass «bekannte Persönlichkeiten und Politiker» ausdrücklich nicht unkenntlich gemacht worden seien. Vizeminister Blanche betonte zudem, dass es kein Eingreifen des Weißen Hauses gegeben habe.

Musk und Epstein schrieben sich E-Mails

Zu den bekanntesten Namen in den neu veröffentlichten Unterlagen gehören zwei der reichsten Menschen der Welt, die Tech-Milliardäre Elon Musk und Bill Gates. Von Musk gibt es unter anderem einen E-Mail-Austausch aus dem Jahr 2012 mit Epstein, in dem Musk anscheinend einen Besuch auf Epsteins Insel organisiert und diesen fragt, an welchem Tag die «wildeste Party» dort steigen werde.

Musk betonte auf seiner Plattform X, nur sehr wenig Kontakt zu gehabt zu haben. Er sei sich bewusst gewesen, «dass einige E-Mail-Korrespondenzen mit ihm falsch interpretiert und von Kritikern dazu benutzt werden könnten, meinen Namen zu beschmutzen».

Der Name von Microsoft-Gründer Gates kommt in zwei E-Mails vor, die 2013 offenbar von Epstein an sein eigenes Konto geschickt wurden, wie US-Medien berichten. Darin gibt Epstein an, Gates Medikamente besorgt zu haben, «um mit den Folgen von Sex mit russischen Mädchen fertig zu werden».

In einer Stellungnahme, aus der mehrere Medien zitieren, sagte ein Gates-Sprecher: «Diese Behauptungen – von einem erwiesenen, verärgerten Lügner – sind absolut absurd und völlig falsch.» 

Die reine Nennung oder Abbildung in den Epstein-Akten ist kein Hinweis auf ein Fehlverhalten. Viele der bereits früher identifizierten Personen stritten eine Verstrickung in Epsteins kriminelle Machenschaften stets ab. 

Auch Trump kommt wieder vor

Der Name des US-Präsidenten kommt in den neuen Akten häufig vor - nach Angaben der «New York Times» in mindestens 4.500 Dokumenten. Trump kannte Epstein gut, wie frühere Fotos der beiden zeigen. Allerdings gibt es keine Hinweise auf eine Verwicklung des Republikaners in den Skandal. Der US-Präsident bestreitet jegliche Verwicklung in die kriminellen Machenschaften.

Für Aufsehen in zahlreichen Medien sorgte etwa eine FBI-Liste mit Anschuldigungen gegen Trump, die bei der US-Bundespolizei eingegangen waren. Vom Justizministerium hieß es, einige der Dokumente enthielten unwahre Behauptungen gegen Trump, die dem FBI kurz vor der Wahl 2020 vorgelegt worden seien. 

Auch US-Handelsminister Howard Lutnick kommt in den Unterlagen vor. In einer E-Mail von 2012 scheint er den Medienberichten zufolge einen Besuch auf Epsteins Insel zu planen. Lutnick hatte vergangenes Jahr in einem Podcast über Epstein gesagt, er habe schon 2005 entschieden, mit dieser «widerlichen Person» nie wieder in einem Raum sein zu wollen.

Brisante Mails zu Ex-Prinz Andrew

Die neuen Akten scheinen auch Einblick in Epsteins Korrespondenz mit dem früheren britischen Prinzen Andrew (65) zu geben. Britische Medien stürzten sich auf zahlreiche E-Mails und mehrere Bilder, die Andrew auf allen Vieren gebeugt über eine junge Frau, deren Gesicht geschwärzt ist, zeigen sollen. 

Wegen seiner Verwicklung in den Missbrauchsskandal waren dem Ex-Prinzen zuletzt alle Titel, Ehren und Auszeichnungen entzogen worden. Er heißt nur noch Andrew Mountbatten-Windsor, die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs im Epstein-Skandal weist er zurück. Auch bei den vergangenen Veröffentlichungen kam er bereits - etwa mit Bildern - vor.

Aus einem E-Mail-Verlauf aus dem Jahr 2010 scheint etwa hervorzugehen, dass Epstein für Andrew ein Dinner mit einer 26-jährigen Russin in London vermittelte - kurz nachdem der US-Amerikaner seine Strafe wegen Prostitution Minderjähriger abgesessen hatte. Andere Mails legen nahe, dass es sich bei einem mysteriösen Kontakt der Epstein-Vertrauten Ghislaine Maxwell namens «The Invisible Man» (Der unsichtbare Mann) um Andrew handeln könnte. 

Ministerium: Sind unserer Verpflichtung nachgekommen

Mit der jetzigen Veröffentlichung sei die Sichtung und Überprüfung der Unterlagen beendet, sagte Vize-Justizminister Blanche. Das Ministerium sei damit nun seiner Verpflichtung nachgekommen. Dass der letzte Schwall an Akten das Ende der jahrelangen Debatte um die Veröffentlichung der Epstein-Files ist, gilt allerdings als unwahrscheinlich.

Mehrere Demokraten kritisieren immer wieder, dass das Ministerium viel zu viele Dokumente ohne angemessene Begründung nicht online gestellt habe. Für Ärger sorgte auch, dass die festgelegte Frist zur Veröffentlichung längst abgelaufen ist und viele Dokumente komplett geschwärzt sind.

Regierung / Kriminalität / USA / Großbritannien / Epstein-Skandal / Justizdokumente / Prominente
31.01.2026 · 14:12 Uhr
[2 Kommentare]
Vorfall am Weißen Haus
Washington (dpa) - In unmittelbarer Nähe des Weißen Hauses haben Sicherheitskräfte Schüsse eines mutmaßlichen Angreifers erwidert und diesen dabei tödlich verletzt. Die Person habe eine Waffe aus einer Tasche gezogen und das Feuer eröffnet, daraufhin hätten Beamte zurückgeschossen und den Verdächtigen getroffen, teilte der für die Sicherheit des […] (01)
vor 33 Minuten
Katie Price hat erklärt, dass sie ihren Ehemann Lee Andrews vermisst – neun Tage nach dessen Verschwinden.
(BANG) - Katie Price hat erklärt, dass sie ihren Ehemann Lee Andrews vermisst – neun Tage nach dessen Verschwinden. Das frühere Glamour-Model feierte seinen 48. Geburtstag am Freitag (22. Mai) allein und veröffentlichte in den sozialen Medien ein bewegendes Video mit Fotos von sich und Lee, der seit vergangener Woche nicht mehr gesehen wurde, als er […] (00)
vor 19 Stunden
KI
Stuttgart (dpa) - Künstliche Intelligenz ist in den Zukunftsplanungen der deutschen Wirtschaft fest verankert, doch auf dem Weg in den produktiven Arbeitsalltag in den Unternehmen verliert sie oft massiv an Schwung. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie des IT-Beratungsunternehmens Zoi. Für einen erfolgreichen KI-Einsatz mangle es weniger an Geld, sondern an der […] (00)
vor 46 Minuten
Crazy Taxi kehrt zurück? SEGA macht Fans mit Mini-Teaser nervös
SEGA hat die Crazy Taxi -Fans mit nur fünf Sekunden komplett elektrisiert. Auf den offiziellen Social-Media-Kanälen der Reihe erschien ein kurzes Video, das ein blinkendes Taxi-Schild zeigt. Mehr nicht. Kein Datum, kein Gameplay, kein Logo-Reveal. Und trotzdem reicht dieser Clip, um die Spekulationen um die Rückkehr des Arcade-Klassikers neu […] (00)
vor 9 Stunden
Lifetime setzt neuen True-Crime-Thriller mit Tia Mowry an
Mit «Single Black Tenant» kehrt Tia Mowry Ende Juni für eine weitere Produktion zum US-Sender Lifetime zurück. Der amerikanische Fernsehsender Lifetime baut seine Reihe „Ripped from the Headlines“ weiter aus und setzt dabei erneut auf Tia Mowry. Die Schauspielerin übernimmt in dem neuen Thriller Single Black Tenant nicht nur die Hauptrolle, sondern fungiert auch als ausführende Produzentin. […] (00)
vor 18 Stunden
Joao Fonseca
Paris (dpa) - Bei der Titeljagd im Tennis herrscht aktuell Langeweile. Jannik Sinner dominiert, und bei einer Rückkehr des aktuell verletzten Carlos Alcaraz läuft alles auf ein Duell der beiden Ausnahmekönner hinaus. Doch es gibt ein paar Jungstars, die sie herausfordern wollen. Das sind die Top-Talente bei den am Sonntag beginnenden French Open. Rafael […] (00)
vor 34 Minuten
bitcoin, crypto, finance, coins, money, currency, cryptocurrency, blockchain, investment, closeup
Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums hat Sanktionen gegen Personen und Organisationen verhängt, die mit einem mexikanischen Kartell in Verbindung stehen, das illegale Drogen handelt und die Erlöse über Kryptowährungsnetzwerke wäscht. Laut einer Pressemitteilung des Finanzministeriums leiten diese Personen und […] (00)
vor 7 Stunden
Modellbau Utensilien professionell entfetten und reinigen
Mörfelden-Walldorf, 23.05.2026 (lifePR) - Modellbau Utensilien professionell entfetten und reinigen Jeder Modellbauer kennt das Problem: fettige Fingerabdrücke, Staub oder Schweiß auf empfindlichen Bauteilen. Gerade beim Kleben oder Lackieren ist eine absolut saubere Oberfläche entscheidend, damit die Arbeit gelingt und das Modell ein perfektes Finish […] (00)
vor 22 Stunden
 
Menschen auf der Straße (Archiv)
Berlin - Die Sorge der Menschen in Deutschland vor einem möglichen russischen […] (02)
US-Präsident Trump
Washington/Teheran (dpa) - Die USA stehen nach Angaben von Präsident Donald Trump in […] (07)
Strom aus Wellen: In Spanien liefert eine riesige Boje Strom ans Netz
Der Ozean bewegt sich pausenlos. Seit Jahrzehnten versuchen Ingenieur: innen, diese […] (02)
Ukraine-Krieg - Kiew
Kiew (dpa) - Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew massiv mit Drohnen und […] (00)
Mangelnde Transparenz bei Biontech Die Gewerkschaft IG BCE hat dem Management von […] (00)
iPhone 19 Pro: Prototyp offenbar mit vierfach gebogenem Display im Test
Apple testet aktuellen Berichten zufolge einen Prototyp des iPhone 19 […] (00)
Ozzy Osbourne
(BANG) - Sharon Osbourne hat angekündigt, dass ein lebensechter KI-Avatar ihres […] (00)
«South Park» kehrt im September mit Staffel 29 zurück
Comedy Central und Paramount+ haben den Starttermin der neuen Folgen der Kultserie […] (00)
 
 
Suchbegriff