Vorwürfe und Verteidigung: US-Justizministerin Bondi im Kreuzfeuer
In einer lebhaften Anhörung vor dem Kongress hat sich die US-Justizministerin Pam Bondi entschlossen verteidigt, obwohl sie auch Fehler im Umgang mit den Epstein-Akten einräumte. Dabei wurden unerwartet Namen von Opfern des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein publik, was Bondi als 'versehentlich' bezeichnete. Diese Namen seien jedoch nach entsprechenden Hinweisen schnell wieder unkenntlich gemacht worden. Bereits im Dezember begann das Ministerium mit der Veröffentlichung von Beweismaterial aus dem Fall Epstein. Kurze Zeit später verschwanden überraschend mehr als ein Dutzend Akten. Laut Bondis Stellvertreter, Todd Blanche, erfolgte die Entfernung auf dringende Bitten von Betroffenen. Betroffenes Material enthielt Fotos von potenziellen Opfern, die zuvor nicht als solche identifiziert wurden.
Der Fall Epstein bleibt ein dunkles Kapitel der amerikanischen Justizgeschichte, in dem zahlreiche junge Frauen und Minderjährige Opfer eines Missbrauchsnetzes wurden. Dies sorgt weiter für politischen Zündstoff. Demokratische Kongressabgeordnete wie Jamie Raskin übten scharfe Kritik an der Handhabung der Offenlegung. Während Opfer öffentlich identifiziert wurden, seien die Namen der Täter und Komplizen bewusst unkenntlich gemacht worden, so sein Vorwurf. Viele der Betroffenen hatten ihre Erfahrungen im Verborgenen gehalten, auch gegenüber ihren engsten Angehörigen.
Dan Goldman, ebenfalls Demokrat, warf Bondi vor, dass unzulässige Schwärzungen US-Präsident Donald Trump und andere Epstein-nahe Täter schützten. Dabei hätten die Identifikationsdaten der Opfer zwingend geschützt werden müssen. Goldman stellte auch die Zeitplanung des Justizministeriums infrage, da Bondis Behörde 75 Tage gewartet habe, obwohl ihnen lediglich 30 Tage zur Bearbeitung gewährt worden waren.

