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Warum Bitcoin die 100.000-Dollar-Marke verliert

23. Juni 2025, 15:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Nach dem Luftangriff der USA auf Irans Atomanlagen rutscht der Bitcoin unter die psychologisch wichtige Schwelle. Der Markt reagiert nervöser als zunächst gedacht – und offenbart einmal mehr seine geopolitische Achillesferse.

Eine Zahl, die wirkt – auch wenn sie willkürlich ist

Die 100.000-Dollar-Marke war mehr als nur eine runde Zahl. Sie war das neue Symbol eines selbstbewussten Kryptomarkts, der sich von der Realität der Weltwirtschaft längst abgekoppelt zu haben schien – zumindest bis zum Sonntagmorgen.

Dann kam der Angriff auf Fordo, Natanz und Isfahan. Und mit ihm die Rückkehr der Realität.

Während sich das globale Machtgefüge verschiebt, ist die größte Kryptowährung der Welt wieder da, wo sie nie ganz raus war: im Krisenmodus. Am Sonntag fiel der Bitcoin erstmals seit Wochen wieder unter die 100.000-Dollar-Schwelle. Ein Kurs von 99.779 Dollar klingt nach marginaler Bewegung – ist aber psychologisch tiefgreifend.

Kurz schütteln, dann zittern

Zunächst schien der Markt robust: Unmittelbar nach Bekanntwerden der US-Angriffe gab es zwar einen Ausschlag, aber keine Panik. Analysten wie Timo Emden werteten das als Beweis für die „kurzen Beine politischer Börsen“.

Doch nur Stunden später kippte die Stimmung. Die Nervosität kehrte zurück – nicht mit einem lauten Knall, sondern mit stiller Ausdauer.

Die geopolitische Gemengelage ist unübersichtlich, und Anleger wissen: Das war nicht der letzte Akt. Während die USA von einer „begrenzten Operation“ sprechen, hält der Iran an Vergeltungsdrohungen fest. In einem Umfeld voller Ungewissheiten werden selbst spekulativ orientierte Investoren plötzlich vorsichtiger.

Bitcoin – sicherer Hafen oder Risikoasset?

In der Theorie gilt Bitcoin vielen als modernes „digitales Gold“. In der Praxis zeigt sich immer wieder: Sobald geopolitische Spannungen eskalieren, reagiert der Markt wie jedes andere Hochrisiko-Asset. Steigende Volatilität, Kapitalumschichtungen, Liquiditätsentzug – genau das ist nun zu beobachten.

Anders als physisches Gold, das bei Unsicherheit oft zulegt, schwanken Kryptowährungen stark mit dem Vertrauen in das globale System.

Der Angriff der USA auf eine Atommacht wie den Iran ist nicht nur ein militärischer Vorgang, sondern ein Signal an die Weltmärkte: Stabilität ist derzeit keine verlässliche Größe.

Technische Marken mit psychologischer Wirkung

Warum ausgerechnet 100.000 Dollar? Weil Anleger Zahlen mögen, die einfach zu merken sind. Runden Marken kommt an den Finanzmärkten seit jeher symbolischer Wert zu – ganz gleich, ob sie ökonomisch begründet sind oder nicht. Sie funktionieren wie Grenzpfähle: Wird einer überschritten oder unterschritten, kippt oft die Stimmung.

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Diese Marke hatte sich in den vergangenen Wochen als Unterstützung etabliert – und war eng verknüpft mit der Hoffnung auf eine stabilere geopolitische Lage, moderatere Zinspolitik und institutionelle Zuflüsse in Krypto-ETFs. Diese Hoffnungen werden nun überlagert – von Kampfjets, Drohungen und diplomatischer Unsicherheit.

Was jetzt wichtig wird

Die Märkte reagieren oft weniger auf Ereignisse selbst als auf deren mögliche Folgeketten. Genau hier liegt das Problem: Niemand weiß derzeit, wie der Iran reagieren wird.

Kommt es zu einem Gegenschlag auf US-Stützpunkte in der Golfregion, zu weiteren israelischen Offensiven oder gar zu einer Blockade der Straße von Hormus – könnte dies auch den Bitcoin weiter unter Druck setzen.

Zudem sind die kommenden Sitzungen der US-Notenbank und die Aussagen zu den makroökonomischen Auswirkungen des Nahostkonflikts von Bedeutung. Sollte die geopolitische Lage eine Verschiebung der geldpolitischen Kurskorrekturen erzwingen, könnte sich das auch auf die Krypto-Assets auswirken.

Ein Markt, der seine Unschuld nie ganz verloren hat

Der Rückfall unter 100.000 US-Dollar ist kein dramatischer Einbruch – aber ein Warnzeichen. Bitcoin ist kein Bollwerk gegen geopolitische Unsicherheit. Im Gegenteil: Er reagiert darauf wie ein Seismograph.

Dass Anleger ausgerechnet in einem dezentralen, staatsunabhängigen System auf globale Machtfragen nervös reagieren, ist kein Widerspruch, sondern Ausdruck einer Wahrheit, die mancher verdrängt: Auch die Blockchain lebt nicht im luftleeren Raum.

Finanzen / Krypto
[InvestmentWeek] · 23.06.2025 · 15:00 Uhr
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