Fusion in der Rohstoffbranche: Glencore und Rio Tinto nehmen Gespräche wieder auf
In der Rohstoffbranche bahnt sich möglicherweise eine der größten Fusionen der Geschichte an. Die Bergbaugiganten Glencore und Rio Tinto haben offiziell bestätigt, ihre zuvor ruhenden Fusionsgespräche wieder aufzunehmen. Angesichts einer weltweiten Verknappung von Rohstoffen und einem rasanten Anstieg der Metallpreise, insbesondere des für die Industrie unverzichtbaren Kupfers, sehen beide Unternehmen strategische Vorteile in einem möglichen Zusammenschluss.
Sollte es zu einer Fusion kommen, könnte ein neuer Branchenriese mit einem Unternehmenswert von über 260 Milliarden US-Dollar entstehen. Diese Ankündigung ließ die Aktien von Glencore auf der Handelsplattform Tradegate nachbörslich um erhebliche 7 Prozent steigen, während Rio Tinto einen bescheidenen Anstieg von einem Prozent verzeichnete.
Der im Zuge der aktuellen Marktentwicklung befeuerte Kupferpreis hat mit über 13.300 US-Dollar je Tonne ein Rekordhoch erreicht und Analysten warnen vor einer absehbaren Knappheit bis 2040. Die aktuellen Gespräche zwischen Glencore und Rio Tinto drehen sich um unterschiedliche Modelle eines Zusammenschlusses, wobei auch eine Fusion basierend auf einem Aktientausch im Raum steht.
Während Glencore sich offen für einen Zusammenschluss zeigt, hat Rio Tinto bislang keine Stellungnahme abgegeben. Dennoch erwarten Branchenbeobachter, dass Rio Tinto als potenzieller Käufer des schweizerischen Konkurrenten auftreten könnte. Im Rahmen der britischen Übernahmeregelung hat Rio Tinto nun bis zum 5. Februar Zeit, ein Kaufangebot zu unterbreiten oder den Rückzug aus den Gesprächen zu verkünden.
Die Nachfragedynamik in der Branche hat auch andere Unternehmen unter Handlungsdruck gesetzt. So übernahm der Konkurrent Anglo American kürzlich den kanadischen Konzern Teck Resources, während BHP, ein weiterer Riese in der Branche, mehrfach vergeblich versuchte, Anglo aufzukaufen.

