Verteidigungsminister Pistorius auf Blitzbesuch in Washington: Themenvielfalt von Patriot-Systemen bis zu F-35-Jets
Verteidigungsminister Boris Pistorius befindet sich auf seiner ersten USA-Reise seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump. In Washington stehen Gespräche mit seinem Amtskollegen Pete Hegseth über die Ukraine-Hilfe sowie die militärische Kooperation innerhalb der Nato im Mittelpunkt. Der Besuch könnte einen wichtigen Impuls für die Beschaffung von Patriot-Flugabwehrsystemen geben.
Auch Nato-Generalsekretär Mark Rutte wird heute in der US-Hauptstadt erwartet, während US-Präsident Trump eine bedeutende Erklärung zu Russland plant. Trump überraschte kurz vor Pistorius' Abflug mit der Ankündigung, Patriot-Waffensysteme an europäische Partner zu verkaufen, um sie an die Ukraine zu liefern. Er betonte, dass es für die USA ein Geschäft sei, da die EU die Kosten tragen würde.
Bereits auf der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz in Rom signalisierte Bundeskanzler Friedrich Merz Deutschlands Kaufabsichten für zwei Patriot-Systeme, mit einem weiteren Erwerb durch Norwegen. Der neue Ansatz könnte die Unterstützung Deutschlands für die Ukraine erweitern, nachdem die Bundeswehr bereits drei solcher Systeme an das Land abtrat.
Neben der Ukraine wird die Stationierung von US-Truppen in Deutschland diskutiert, nachdem Trump einst eine drastische Reduzierung plante. Diese Pläne stehen aktuellen Aussagen von Trump entgegen, der die Fortsetzung der Truppenpräsenz als unproblematisch sieht. Ein weiteres spannendes Thema betrifft die potentiellen Stationierungen von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland, ein Versprechen des früheren Präsidenten Joe Biden.
Dazu gehören Marschflugkörper vom Typ Tomahawk und weitere moderne Waffensysteme. Nicht zuletzt könnte das deutsch-amerikanische Rüstungsprojekt um die Lockheed Martin F-35-Kampfjets in den Gesprächen eine Rolle spielen. Deutschland hat 35 dieser Flugzeuge bestellt, die im nächsten Jahr zur nuklearen Abschreckung geliefert werden sollen.
Der Besuch von Pistorius in Washington wird von einem straffen Zeitplan geprägt - er ist weniger als 24 Stunden in den USA, bevor es zurück nach Berlin geht.

