Versorgungssicherheit im Stromnetz: Handlungsbedarf erkannt
Die Sorge um die sichere Stromversorgung in Deutschland wächst, wie die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, betont. Sie unterstreicht die grundlegende Notwendigkeit, dass sowohl Unternehmen als auch Verbraucher zu jeder Zeit sicher mit Strom versorgt werden. Die derzeitigen Herausforderungen im Stromnetz verdeutlichen den dringlichen Handlungsbedarf, insbesondere in Form von neuen Gaskraftwerken. Trotz solcher Pläne stoßen sie bei einigen Kritikern auf Widerstand, die auf eine stärkere Ausweitung von Speicherkapazitäten für erneuerbare Energien drängen.
Reiche bezieht sich auf den jüngsten Versorgungssicherheitsbericht der Bundesnetzagentur, demzufolge es 2030 zu temporären Versorgungsengpässen kommen könnte, falls die Flexibilisierung des Stromverbrauchs nicht gesteigert wird. Dies betrifft vor allem die Anforderungen von Elektroautos und Wärmepumpen. Die Bundesnetzagentur prognostiziert bis 2035 einen Ausbau von Gaskraftwerken um 22 bis 36 Gigawatt, worauf die Ministerin mit Nachdruck hinweist. Ziel sei es, noch in diesem Jahr mit den entsprechenden Ausschreibungen zu beginnen, während gleichzeitig Flexibilisierung, Speicher- und Netzausbau der erneuerbaren Energien vorangetrieben werden sollen.
Der Koalitionsvertrag sieht den Bau von bis zu 20 Gigawatt an Gaskraftwerksleistung bis 2030 vor, ohne dass eine Änderung dieses Ziels beabsichtigt ist. Reiche verleiht ihrer Entschlossenheit Ausdruck, dass dauerhafte Engpässe im Netz nicht tragbar sind und ein stabiles Versorgungsnetz Priorität hat. Netzbetreiber warnen bereits, das Netz stehe kurz vor der Belastungsgrenze, was keine guten Nachrichten sind.
Michael Kellner von den Grünen bezeichnet den Bericht als "Weckruf", der den Fokus verstärkt auf den Ausbau der erneuerbaren Energien legen sollte, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Verzögerungen in diesem Prozess könnten sich negativ auswirken, während ein Monitoring zur Energiewende mit großer Erwartungshaltung beobachtet wird. Umweltverbände äußern Bedenken, dass Reiches Strategie den Ausbau erneuerbarer Energien behindern könnte.

