Verschiebung der Machtachsen: EU-China-Gipfel im Fokus
Die westliche Annahme, dass Kapitalismus und wirtschaftlicher Wohlstand zwangsläufig zur Demokratie führen, steht auf dem Prüfstand. Insbesondere im Hinblick auf China zeigt sich, dass diese Gleichung nicht universell gültig ist.
Beim bevorstehenden EU-China-Gipfel in Peking werden die Spitzen der Europäischen Union diese veränderte Realität hautnah erleben. China etabliert sich nicht nur als wirtschaftlicher Gigant, sondern auch als einflussreicher außenpolitischer Akteur.
Diese Entwicklung stellt insbesondere Deutschland, das China bisher als Partner, Wettbewerber und systemischen Rivalen betrachtete, vor Herausforderungen. Doch im aktuellen Koalitionsvertrag der Union und SPD spiegelt sich diese Dreiteiligkeit nicht mehr wider; einzig der systemische Rivale bleibt im Fokus.
Trotz der zu erwartenden diplomatischen Höflichkeiten und Bekenntnisse zu einer stabilen, regelbasierten Weltordnung ist kaum anzunehmen, dass der Gipfel grundlegende Veränderungen in der Beziehung zwischen der EU und China einleiten wird.

