Verhandlungen zwischen Washington und Teheran: Ein Balanceakt in Maskat
In der omanischen Hauptstadt Maskat laufen die nächsten Gespräche über Irans strittiges Atomprogramm. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi und US-Sondergesandter Steve Witkoff sitzen erneut am Verhandlungstisch, während Oman eine vermittelnde Rolle einnimmt. Diese Gesprächsrunde wird von Araghtschi als möglicherweise wegweisend für den Verlauf der Atomverhandlungen beschrieben.
Ursprünglich für Rom geplant, mussten die Gespräche wegen angeblicher logistische Hindernisse verschoben werden. Tatsächliche Hindernisse sind jedoch die verschiedenen Ansichten über Irans Recht auf ein nukleares Programm. Teheran betont, keine Absicht für ein Atomwaffenprogramm zu hegen, lehnt jedoch den amerikanischen Druck, auf ein ziviles Nuklearprogramm samt Urananreicherung zu verzichten, strikt ab. Araghtschi betonte, dass ein Stopp der Anreicherung nicht verhandelt werden könne und forderte mehr Klarheit von den USA in den Verhandlungen.
Präsident Donald Trump drohte zuletzt mit harten Maßnahmen, sollte kein Abkommen zustande kommen. Seine Regierung fordert die vollständige Aufgabe von Irans Anreicherungsprogramm. Trump hatte 2018 den von seinem Vorgänger ausgehandelten Wiener Atomdeal einseitig aufgekündigt, was Teheran dazu veranlasste, die Erfüllung seiner Verpflichtungen auszusetzen.
Während der Iran signalisierte, zur Übereinkunft von 2015 zurückzukehren, sind weitreichende Fragen der Sanktionen im Raum. Diese brachten das Land in eine massive Finanzkrise. Ohne deren Aufhebung droht weiteres wirtschaftliches Chaos. Außerdem stehen Irans Nahostpolitik und sein Raketenprogramm zur Debatte. Beobachter rechnen angesichts der ökonomischen Herausforderungen mit möglichen Zugeständnissen des Irans.

