Venezuelas Turbulenzen: Ölpreis bleibt überraschend stabil

Die globale Ölmärkte zeigen sich überraschend unbeeindruckt von der spektakulären Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA. Auch wenn die Preise zu Beginn der Woche leicht schwankten, blieben sie relativ stabil. Nach einem einprozentigen Rückgang zur Handelsöffnung bewegten sich die Kurse zwischenzeitlich ins Plus, lediglich um sich am Montagmorgen wieder leicht zu beruhigen. Investoren bewerten derzeit die kurz- und mittelfristigen Folgen der US-Militäraktionen in dem südamerikanischen Staat.
Am Wochenende griffen die USA verschiedene Ziele in Venezuela an und entfernten Maduro aus dem Land. Ihm droht nun in New York ein Prozess wegen mutmaßlicher Drogendelikte. Trotz dieser geopolitischen Umbrüche lag der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent Montagfrüh bei 60,45 Dollar, ein Rückgang um 0,5 Prozent im Vergleich zum Freitag. Auch die US-Sorte WTI konnte die geopolitische Spannung nicht signifikant beeinflussen, fiel jedoch um 0,6 Prozent auf 56,96 Dollar.
Venezuela sitzt auf enormen Ölreserven, jedoch hindert eine marode Infrastruktur eine effektive Förderung. Das Land trägt derzeit weniger als ein Prozent zur globalen Ölproduktion bei und steht zusätzlich unter starkem politischem Druck der USA, was die Anzahl ihrer Öl-Abnehmer verringert. Präsident Donald Trump plant, mit Unterstützung großer US-Ölkonzerne die Produktion dort zu beleben, was zu einem Anstieg des globalen Ölangebots führen könnte.
Experten sind der Meinung, dass das Ölangebot im weiteren Jahresverlauf steigen wird. Das Opec+-Kartell, einschließlich Russland und Saudi-Arabien, hat im Vorjahr die Produktion kontinuierlich ausgeweitet, weshalb die Ölpreise unter Druck geraten sind. Um die Preise zu stabilisieren, wird das Fördervolumen im ersten Quartal nicht weiter erhöht, wie Vertreter des Kartells in einem kürzlich abgehaltenen Meeting betonten.
Das Thema Venezuela spielte in diesen Beratungen keine Rolle, obwohl das Land Mitgliedsstaat der Opec ist, einer Organisation, die auch Nationen wie Algerien, Irak und Nigeria umfasst. Um Einfluss auf die globale Ölsteuerung zu sichern, hat die Opec sich um weitere wichtige Ölproduzenten wie Russland, Brasilien und Mexiko zur Opec+ erweitert.

