Ölmarkt in Bewegung: Geopolitik und schrumpfende Reserven treiben die Preise

Die Ölpreise verzeichnen zum Start ins neue Handelsjahr einen leichten Anstieg, angetrieben durch die Fokussierung auf geopolitische Spannungen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März wird nun für 61,24 US-Dollar gehandelt, was einem Anstieg von 39 Cent gegenüber dem Stand am Mittwoch entspricht. Der Preis für die US-Sorte WTI mit Lieferung im Februar kletterte um 38 Cent auf 57,80 Dollar.
Zu den brisanten Themen am Ölmarkt zählt weiterhin der Konflikt zwischen den USA und Venezuela, einem OPEC-Mitglied. Die USA intensivierten jüngst ihren Druck, indem die Streitkräfte Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge vor Venezuelas Küste stationierten. Im Zuge der militärischen Maßnahmen wurden angebliche Drogenboote versenkt und sanktionierte venezolanische Öltanker beschlagnahmt.
Auch der anhaltende Ukraine-Krieg beeinflusst die Preisentwicklung. Über den Jahreswechsel hinweg griffen Russland und die Ukraine wechselseitig Schwarzmeerhäfen an, was erneut zur Schädigung von Infrastruktur führte. Berichte aus russischen Telegramkanälen sprechen von einem Angriff auf ein Tanklager im Gebiet Kaluga. Zwar fehlt eine offizielle Bestätigung, jedoch wurden ähnliche Attacken auf die Raffinerie von Ilski in Südrussland vermeldet.
Ein weiterer Faktor, der die Ölpreise stützt, sind die überraschend gesunkenen US-Ölreserven. Die amerikanische Regierung meldete, dass die Lagerbestände an Rohöl um 1,9 Millionen Barrel auf 422,9 Millionen Barrel gesunken sind, entgegen der Erwartung eines Anstiegs um 0,5 Millionen Barrel. Die Rückgänge in der größten Volkswirtschaft der Welt wirken sich traditionell unterstützend auf die Ölpreisentwicklung aus.

