Investmentweek

USA und Ukraine erhöhen Druck – jetzt soll Moskau den Frieden möglich machen

07. Dezember 2025, 16:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
USA und Ukraine erhöhen Druck – jetzt soll Moskau den Frieden möglich machen
Foto: InvestmentWeek
USA und Ukraine sehen Moskau als Schlüssel zum Kriegsende. Der alte Friedensplan gilt als gescheitert.
Die USA korrigiert ihre Linie und fordert Russland zu ernsthaften Friedensgesprächen auf. Trotz Widerstands aus Moskau arbeiten Delegationen an einer stabilen Lösung für den Ukraine-Konflikt.

Washington korrigiert seine Linie

Die neue Verhandlungsrunde zwischen den USA und der Ukraine bringt eine bemerkenswerte Verschiebung: Erstmals erklärt die US-Regierung öffentlich, dass der Ausgang des Krieges „maßgeblich von Russlands Bereitschaft zu ernsthaften Friedensgesprächen“ abhänge.

US-Sondergesandter Steve Witkoff formuliert es ungewöhnlich klar. Nach zwei Tagen intensiver Beratungen in Florida betont er, Fortschritte hingen allein davon ab, ob der Kreml „echtes Engagement für einen langfristigen Frieden“ zeige.

Damit rückt Washington von seiner bisherigen Lesart ab. Noch vor zwei Wochen hatte die Trump-Administration vor allem Kiew unter Druck gesetzt, den ursprünglichen, von USA und Russland entworfenen 28-Punkte-Plan zu akzeptieren.

Der erste Friedensvorschlag ist verbrannt

Der damalige Entwurf war in Europa und der Ukraine auf massiven Widerstand gestoßen. Er sah nicht weniger als einen geopolitischen Systembruch vor:

  • Abtretung von Krim und Donbass,
  • Abrüstung der ukrainischen Armee,
  • Ausschluss eines NATO-Beitritts.

Der Plan war aus ukrainischer Sicht eine Kapitulation – und politisch nicht durchsetzbar. Der Rückzug aus diesem Vorschlag ist daher mehr als ein diplomatischer Seitenhieb. Die USA signalisieren, dass eine Lösung nur Bestand hat, wenn sie in Kiew legitimiert werden kann.

Der neue Ansatz setzt auf Sicherheit statt Druck

In Florida arbeiten beide Delegationen nun an einer veränderten Architektur. Statt formeller Sicherheitsgarantien – ein politisch belasteter Begriff – ist von einem „Rahmen für Sicherheitsvereinbarungen“ die Rede.

Details bleiben vertraulich. Doch die Richtung ist klar:
Kiew braucht eine Zusicherung, die glaubwürdiger ist als die Versprechen der 2010er-Jahre – aber flexibler als ein NATO-Beitritt, den Russland kategorisch ausschließt.

Parallel werden Initiativen für Wiederaufbau und wirtschaftliche Zusammenarbeit geprüft. Dass diese Themen überhaupt auf die Tagesordnung gelangen, zeigt: Die USA rechnen mit der Notwendigkeit einer politischen Neuordnung in der Ukraine – nicht nur mit einem Waffenstillstand.

Trump will ein Ergebnis – und zwar schnell

Der Zeitdruck kommt aus Washington. Donald Trump drängt auf eine Einigung „noch vor Weihnachten“. Diplomaten sehen darin eine Mischung aus politischem Kalkül und dem Wunsch, einen außenpolitischen Erfolg zu präsentieren, bevor die neue sicherheitspolitische Mannschaft vollständig steht.

Doch der Weg bleibt steinig. Selbst wenn USA und Ukraine einen gemeinsamen Entwurf vorlegen, muss dieser erneut mit Russland verhandelt werden.

Moskau blockt – und attackiert Europa

Russlands Präsident Wladimir Putin ließ noch vor der neuen Gesprächsrunde keinen Zweifel daran, was er von Änderungen am ursprünglichen Plan hält: nichts.

Sein außenpolitischer Berater Juri Uschakow verschärft die Tonlage. Europa sei der „Störfaktor“ der Verhandlungen, erklärte er im russischen Staatsfernsehen. Die europäischen Staaten würden „ständig Forderungen stellen, die für Moskau inakzeptabel sind“.

Genau diese Forderungen hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Freitag wiederholt: Europa brauche Garantien, dass Russland eine Waffenruhe nicht missbraucht, um später erneut anzugreifen. Und: Die EU müsse als politischer Akteur Teil der Lösung sein, nicht Zaungast.

Kiew pocht auf Unabhängigkeit und Souveränität

Der ukrainische Unterhändler Rustem Umjerow, früher Verteidigungsminister, machte in den Gesprächen erneut klar, dass jede Lösung nur Bestand hat, wenn sie die territoriale Integrität sichert – ein Punkt, den Moskau weiterhin ablehnt.

Dass die Ukraine trotz militärischer Erschöpfung nicht bereit ist, territoriale Zugeständnisse politisch zu akzeptieren, ist einer der entscheidenden Gründe, warum selbst modifizierte Friedenspläne scheitern.

Eine Verhandlungslage, die beide Seiten festhält

Washington und Kiew nähern sich in der Analyse an: Ohne ein politisches Signal aus Moskau bewegt sich nichts.

Doch hinter der neuen amerikanischen Position steckt auch Realismus:
Ein Frieden, der nicht von Russland getragen wird, wäre ein Waffenstillstand ohne Sicherheitsarchitektur – und damit instabil.

Das Ringen in Florida zeigt, wie eng das Zeitfenster geworden ist. Der Krieg hat eine Dynamik erreicht, in der sich diplomatische Optionen schneller erschöpfen als militärische.

Finanzen / Global / Ukraine / Russland / Frieden
[InvestmentWeek] · 07.12.2025 · 16:00 Uhr
[1 Kommentar]
E-Rezept-Beben: Der Vernichtungsschlag der Online-Apotheken gegen den stationären Handel
Es ist der Albtraum für jede inhabergeführte Apotheke in der Provinz: Ein Klick am Smartphone ersetzt den Gang zum Tresen. Was jahrelang als ferne Zukunftsvision galt, hat sich im ersten Quartal 2026 zu einer unaufhaltsamen Marktmacht entwickelt. Die Zahlen, die Redcare Pharmacy – ehemals Shop Apotheke – nun präsentierte, gleichen einer Kriegserklärung […] (00)
vor 42 Minuten
Frankfurter Börse (Archiv)
Frankfurt/Main - Der Dax hat sich am Donnerstag nach einem bereits schwachen Start bis zum Mittag weiter im roten Bereich bewegt. Gegen 12: 30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 23.800 Punkten berechnet, 1,2 Prozent unter dem Schlussniveau vom vorherigen Handelstag. An der Spitze der Kursliste rangierten BASF, die Deutsche Börse und Brenntag, am Ende SAP, […] (00)
vor 7 Minuten
Jenna Ortega
(BANG) - Jenna Ortega stand kurz davor, in der Schauspielerei "alles hinzuschmeißen", bevor sie ihre Rolle in 'You' bekam. Die 23-jährige Schauspielerin, die ihre Karriere mit Kinderserien wie 'Richie Rich' und 'Stuck in the Middle' begann, zog in Betracht, sich ganz aus dem Filmgeschäft zurückzuziehen, bevor sie als Ellie Alves in der zweiten Staffel […] (01)
vor 2 Stunden
Schauspieler Mario Adorf
Paris/München (dpa) - Bösewichte und Patriarchen spielte Mario Adorf oft und gern: Die einen lieben ihn für seinen Auftritt als protziger Fabrikant in der Kultserie «Kir Royal», andere kennen ihn als den Schurken Santer aus den Karl-May-Filmen. Mario Adorf hat schier unzählige Rollen gespielt, am Theater, im Fernsehen und im Kino. Am Mittwoch ist die […] (01)
vor 32 Minuten
Gerüchte um Uncharted 5: Hat Naughty Dog ein Sequel schon vor Jahren geplant?
Ein mysteriöser Instagram-Post, ein altes Kanonenrohr über einer Küstenstadt und das Wort „Research…“ – manchmal braucht es nicht viel, um die Gaming-Welt in Aufruhr zu versetzen. Naughty Dog, das Studio hinter einigen der eindrucksvollsten Einzelspieler-Erfahrungen der letzten Jahrzehnte, hat die Gerüchteküche wieder zum Brodeln gebracht. Und jetzt […] (00)
vor 2 Stunden
Deutscher Radiopreis 2026 wird im September in Hamburg verliehen
Die Frist dafür beginnt am 15. April und endet am 15. Mai 2026. Jeder eigenständige deutsche Radiosender kann seine Favoriten einreichen. Der Deutsche Radiopreis zieht in diesem Jahr in den Hamburger Hafen. Zur Verleihung am 10. September werden Branchenleute aus ganz Deutschland und Stars aus Musik und Medien im Theater an der Elbe erwartet. Jeder eigenständige deutsche Radiosender kann […] (00)
vor 1 Stunde
Gianpiero Lambiase (l) und Max Verstappen
Milton Keynes/Woking (dpa) - Max Verstappens Formel-1-Team Red Bull verliert nach übereinstimmenden Medienberichten weiteres Spitzenpersonal. Demnach wird der langjährige Renningenieur des viermaligen Weltmeisters, Gianpiero Lambiase, zu McLaren wechseln. Er soll angeblich Ende 2027 zum Konkurrenten wechseln, um dann eine Führungsposition einzunehmen. […] (01)
vor 1 Stunde
Das große Bild für den Goldpreis
Herisau, 09.04.2026 (PresseBox) -   Beim Goldpreis waren in den vergangenen Monaten große Ausschläge zu verzeichnen. Doch auf längere Sicht herrscht Optimismus. Anzeige/Werbung - Dieser Artikel wird verbreitet im Namen von Osisko Development Corp. und Gold X2 Mining Inc ., mit der die SRC swiss resource capital AG bezahlte IR-Beraterverträge […] (00)
vor 1 Stunde
 
Die wachsende Bedrohung durch Cybersicherheitsverletzungen Da die globale Wirtschaft […] (00)
Ein vielversprechendes Goldprojekt Q-Gold Resources Ltd. (TSX-V: QGR; OTCQB: QGLDF; […] (00)
Die digitale Landschaft und das Vertrauen der Investoren In der heutigen […] (00)
US-Präsident Trump
Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat den Nato-Partnern erneut mangelnde […] (14)
QNAP stellt QSW-M7230-2X4F24T L3 Lite 100GbE Managed Switch vor
QNAP Systems, Inc., ein führender Innovator für Computer-, Netzwerk und Speicher- […] (01)
Veränderungen im regulatorischen Umfeld In den letzten Wochen hat ein Anstieg der […] (00)
Neuer Redaktionsleiter bei ARD Degeto: Karsten Günther kommt
Er folgt auf Christoph Pellander, der zum 1. Mai die Geschäftsführung der ARD Degeto Film […] (00)
Boris Becker
(BANG) - Für Boris Becker ist ein weiteres Kapitel seiner bewegten Karriere […] (01)
 
 
Suchbegriff