USA setzen auf gezielte Tötung von Terroristen
Dabei seien Dutzende mutmaßlicher Terroristenführer getötet worden, gefangen genommen worden sei keiner, berichtete die «Washington Post» am Sonntag.
Nach Informationen der Zeitung gab es keine konkrete Entscheidung für mehr Tötungen. Mehrere Faktoren seien dafür verantwortlich. So hätten die USA inzwischen deutlich weniger Möglichkeiten als unter der Bush-Regierung gefangene Terroristen unterzubringen. Zudem sei die elektronische Überwachung inzwischen besser geworden. Es sei für die Geheimdienste einfacher geworden, Terroristen ohne Gefahr für die eigene Sicherheit aus der Ferne - etwa vom Hubschrauber aus - zu töten und dabei sicher zu sein, den Richtigen zu treffen. Die Operationen hätten auch in Ländern stattgefunden, in denen der Einsatz von amerikanischen Bodentruppen den jeweiligen Regierungen offiziell nicht willkommen ist oder wo er besonders risikoreich ist.
In Geheimdienst- und Militärkreisen regt sich der Zeitung zufolge aber auch Kritik an der Vorgehensweise, da durch das Töten mutmaßlicher Terroristen mögliche Geheimdiensterkenntnisse verloren gingen. «Wir wollten einen Gefangenen nehmen», sagte ein ranghoher Militär zu einem tödlichen Schlag eines US-Spezialkommandos gegen ein wichtiges El-Kaida-Mitglied in Somalia. «Die Entscheidung (den Mann zu töten) war keine, die wir getroffen haben.»

