US-Konjunkturaussichten: Optimismus trotz alarmierender Arbeitsmarktdaten
Wirtschaftsexperten und Investoren in den USA bleiben überwiegend optimistisch, dass die größte Volkswirtschaft der Welt in den kommenden Monaten eine Rezession vermeiden kann. Dies steht im Kontrast zu den jüngsten Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, der Anzeichen einer Schwäche zeigt. Obwohl die Arbeitslosenquote relativ stabil ist, verzeichnet das Beschäftigungswachstum in den letzten vier Monaten eine unterdurchschnittliche Entwicklung. Das US Bureau of Labor Statistics korrigierte kürzlich seine Beschäftigungszahlen um 911.000 nach unten, was auf eine Abkühlung des Arbeitsmarktes hindeutet.
Albert Edwards, ein prominenter Stratege der Société Générale, sieht Anlass zur Besorgnis. In einer Mitteilung an seine Kunden präsentierte Edwards mehrere aufschlussreiche Diagramme und Modelle, darunter eines von Moody's-Chefökonom Mark Zandi. Dieses Modell beziffert die Wahrscheinlichkeit einer Rezession mit 48%, ein beunruhigender Wert, da historische Daten zeigen, dass Werte über 50% häufig eine Rezession einläuten.
Ein weiteres Diagramm betont die Relevanz der Arbeitslosenrate und ihrer 36-Monats-Gleitlinie. Ein Überschreiten dieser Linie wurde in der Vergangenheit als verlässliches Indiz für eine bevorstehende Rezession gewertet. Allerdings verläuft die gegenwärtige Entwicklung langsamer als historische Vergleiche nahelegen würden.
Ein drittes Diagramm, das den Labor Market Conditions Indicator der Kansas City Fed zeigt, weist seit einigen Jahren auf einen rückläufigen Trend hin, der in der Vergangenheit ebenfalls wirtschaftliche Abschwünge ankündigte. Bemerkenswert ist jedoch der anhaltende Anstieg der Aktienkurse, getragen vom boomenden AI-Technologiesektor, während die grundlegenden Wirtschaftsdaten schwächer werden.
Trotz dieser alarmierenden Indikatoren zeigen einige Arbeitsmarktdaten weiterhin Stabilität. So sind die Anträge auf Arbeitslosenunterstützung weiterhin historisch niedrig. Außerdem hat die Federal Reserve im September 2025 erstmals die Leitzinsen gesenkt, um die wirtschaftliche Aktivität zu unterstützen. Zwei weitere Senkungen um jeweils 25 Basispunkte sind geplant.

