Urteil über Exil-Chinesen Guo Wengui steht bevor: Ein Milliardenschwerer Betrugsskandal in Manhattan
Das Schicksal von Guo Wengui, dem verbannten chinesischen Milliardär, der durch seine Opposition zur Kommunistischen Partei Chinas zu einem Liebling der amerikanischen Rechten wurde, liegt nun in den Händen einer Jury in Manhattan. Am Donnerstag endete der Prozess gegen ihn wegen Betrugs und Geldwäsche.
Guo wird vorgeworfen, ein kriminelles Netzwerk betrieben zu haben, das Investoren durch verschiedene Tricks – Clubmitgliedschaften, Kryptowährungen, und Verkauf von Privataktien in seinem Medienunternehmen – um mehr als eine Milliarde Dollar betrogen hat. Mit den ergaunerten Geldern soll er ein luxuriöses Leben finanziert haben.
Die föderalen Staatsanwälte schilderten, dass die betrügerischen Einnahmen unter anderem zur Bezahlung eines Anwesens in New Jersey, eines Lamborghini Roadsters und einer Investition von 100 Millionen Dollar in einen Hedgefonds verwendet wurden. Während des fünf Wochen andauernden Prozesses traten zahlreiche Zeugen auf, darunter ehemalige Mitarbeiter und Investoren. Zudem wurden Bankunterlagen und Rechnungen präsentiert.
„Das war ein Plan, das war ein Betrug, das war eine Täuschung“, betonte Staatsanwalt Ryan Finkel in seinem dreistündigen Schlussplädoyer am Mittwoch. „Guo hat gelogen, um das Geld anderer Leute zu stehlen.“
Guos Anwälte, die ihn nicht als Zeugen aufriefen, argumentierten, dass seine Unternehmen legitim seien und dass das gesammelte Geld für den politischen Kampf gegen die kommunistische Herrschaft in China eingesetzt wurde. Zu seinen Aktivitäten gehörten unter anderem der Betrieb einer chinesischsprachigen Streamingseite und einer Twitter-ähnlichen sozialen Plattform, die bei anderen Exilanten, die gegen Peking sind, beliebt waren.
„Die Regierung will Ihnen glauben machen, dass hier ein kriminelles Netzwerk existiert“, sagte Guos Anwalt Sidhardha Kamaraju in seinem Abschlussplädoyer. „Und wissen Sie was? Sie haben recht, aber es ist kein kriminelles Netzwerk. Es ist ein politisches Netzwerk.“

