Europäisches Zögern gegenüber Trumps Alleingang in Venezuela: Eine verpasste Chance?

Der Alleingang der USA unter Donald Trump gegenüber Venezuela hat international nicht nur für Stirnrunzeln, sondern auch für klare ablehnende Reaktionen geführt, allen voran von der Mehrheit der Vereinten Nationen. Die europäischen Staaten, allen voran Deutschland, hätten sich gemäß der Frankfurter Rundschau entschiedener gegen diese auch völkerrechtlich fragwürdigen Maßnahmen des US-Präsidenten positionieren sollen. Dies erscheint umso wichtiger, da die EU-Staaten auf eine regelbasierte internationale Ordnung angewiesen sind und sich aktiv für deren Aufrechterhaltung und Verteidigung einsetzen sollten.
Doch hängt dieser Einsatz entscheidend davon ab, welche langfristigen Ziele das multinational vernetzte Staatensystem künftig verfolgen wird. Insbesondere die sanften und wenig klaren Stellungnahmen gegen Trumps Politik basieren, so scheint es, oft auf Rücksichtnahme gegenüber der unvorhersehbaren Haltung des Oval Office. Es bleibt abzuwarten, ob diese US-amerikanische Herangehensweise tatsächlich nachhaltig erfolgreich sein wird.
Trumps Vorgehen zeigt jedoch deutlich seinen Willen, auch andere imperialistisch anmutende Ziele weiterzuverfolgen. Es hätte Europa gutgestanden, einschließlich Deutschland, mit klarer Linie etwa in der Debatte um Grönland als Teil Europas Stellung zu beziehen und damit einen klaren Gegenakzent zu setzen. Mit ihrer Unentschlossenheit könnten die EU-Staaten eine Gelegenheit verpasst haben, Trump in seine Schranken zu verweisen – eine Strategie, die weitaus mehr Selbstbewusstsein und Entschlusskraft erfordert.

