Unicredit-Ambitionen: Commerzbank zeigt sich skeptisch
Die Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Bettina Orlopp, äußerte sich unlängst zu den Übernahmeambitionen durch die italienische Großbank Unicredit und bewertete eine mögliche Transaktion als derzeit nicht sinnvoll. Orlopp betonte, dass ein solcher Schritt für Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter einen konkreten Mehrwert bieten müsse, was bei den aktuellen Marktbedingungen nicht gegeben sei. Sie verwies auf potenzielle Synergien, die jedoch durch bestehende Geschäftsüberschneidungen und hohe Umsetzungsrisiken als fraglich erscheinen.
Die Commerzbank, deren Aktienwert im laufenden Jahr einen deutlichen Anstieg verzeichnete, ist Teil des Übernahmeinteresses der Italiener, die sich möglicherweise aus dem Engagement zurückziehen könnten. Orlopp sieht hier einen technisch machbaren, kursschonenden Rückzug für Unicredit, der nach erheblichen Kursgewinnen durchaus attraktiv wäre. Trotz der Ungewissheit hat Unicredit-Chef Andrea Orcel bisher kein offizielles Angebot unterbreitet, obwohl sie ab einem Anteil von 30 Prozent dazu verpflichtet wären. Die Commerzbank selbst kann die derzeitige Situation nicht auflösen und sieht die Verantwortung für den nächsten Schritt bei Unicredit. Orlopp machte deutlich, dass ein etwaiges Angebot gewissenhaft durch den Vorstand geprüft werden würde. Der Dialog mit Unicredit und deren Chef Orcel verläuft im Rahmen üblicher Investorengespräche und weist auf die Möglichkeit hin, dass Unicredit bislang zögert, den entscheidenden Schritt zu tun.

