Unabhängigkeit der Fed auf dem Prüfstand: Ex-Fed-Chefs verteidigen Lisa Cook
In einer eindrucksvollen Allianz fordern renommierte ehemalige Wirtschaftsführer der USA, die politische Unabhängigkeit der Federal Reserve (Fed) zu bewahren. Alan Greenspan, Ben Bernanke und Janet Yellen, alle einst Vorsitzende des Fed-Verwaltungsrates, haben sich mit anderen hochrangigen Wirtschaftsbeamten zusammengetan, um das Oberste Gericht der USA zu ersuchen, Lisa Cook als Gouverneurin der Zentralbank im Amt zu belassen. Gerade in diesen turbulenten Zeiten ist es von zentraler Bedeutung, die Unabhängigkeit der Geldpolitik sicherzustellen, betonen sie.
Dieser Appell erfolgt vor dem Hintergrund eines Notfallsantrages der Regierung, der Cooks Entlassung fordert, während ihr Gerichtsverfahren gegen den damaligen Präsidenten Donald Trump weiterläuft. Trump versuchte sie nach seiner Behauptung, sie hätte sich durch angeblichen Hypothekenbetrug qualifiziert, aus dem Amt zu entfernen. Ein Richter hatte jedoch kürzlich geurteilt, dass Trumps Versuch wahrscheinlich rechtswidrig war.
Die Regierung unterstreicht mit ihrem Drängen, dass die Entlassung von Cook während der laufenden Gerichtsverfahren die Fed politischen Einflüssen aussetzen und somit das Vertrauen der Öffentlichkeit untergraben würde. Ein kürzliches Treffen der Fed, bei dem Cook für eine Zinssenkung stimmte, brachte zusätzlich Druck auf die Entscheidung. Bemerkenswert ist, dass in der 112-jährigen Geschichte der Fed noch nie ein Präsident einen amtierenden Gouverneur entlassen hat. Jetzt steht das Oberste Gericht vor der Entscheidung, welche Signale es in Bezug auf die Unabhängigkeit der Fed senden wird. Die Ex-Wirtschaftsführer warnen, dass eine sofortige Entlassung Cooks das empfindliche Gleichgewicht der US-Geldpolitik stören könnte.

