UBS im Fokus: Strengere Kapitalvorgaben erfordern langfristige Strategie
Die schweizerische Großbank UBS sieht sich mit neuen regulatorischen Herausforderungen konfrontiert. Das Eidgenössische Finanzdepartement hat angekündigt, dass die Kapitalanforderungen für das Institut in den kommenden Jahren deutlich steigen werden. Die neuen Bestimmungen verlangen eine Erhöhung des harten Eigenkapitals um rund 26 Milliarden Dollar, basierend auf der aktuellen Bilanz. Diese Anforderungen werden jedoch voraussichtlich erst in einem Jahrzehnt vollständig wirksam.
Ein zentraler Bestandteil der verschärften Regelungen ist die vollständige Eigenmittelausstattung ausländischer Tochtergesellschaften, die rund 23 Milliarden Dollar der Gesamtforderung ausmachen. Diese Maßnahme hatte UBS in der Vergangenheit heftig kritisiert. Die weiteren 3 Milliarden Dollar resultieren aus neuen Bewertungsanforderungen für Vermögenswerte wie Software oder Steuergutschriften. Trotz dieser Herausforderung wird dem Kreditinstitut eine Verringerung des Bedarfs an AT1-Anleihen um 8 Milliarden Dollar zugutekommen, was eine gewisse finanzielle Erleichterung darstellt.
Zur Einschätzung der Zusatzkosten für UBS wurden zwei unabhängige Gutachten in Auftrag gegeben. Das erste Gutachten prognostiziert eine Erhöhung der jährlichen Finanzierungsleistungen um 640 Millionen Dollar, während das zweite die Steigerung auf einen Betrag zwischen 800 Millionen und 1,3 Milliarden Dollar veranschlagt. Die exakten Kosten werden jedoch stark von künftigen Entscheidungen des Managements beeinflusst.
UBS erhält eine mehrjährige Frist, um das notwendige Kapital aufzubauen. Das entsprechende Gesetz könnte frühestens bis 2028 verabschiedet werden, gefolgt von einer Übergangsphase von mindestens sechs bis acht Jahren. Ob der Kapitalaufbau gleichmäßig über die Übergangszeit erfolgen muss, bleibt offen. Die Behörde ist optimistisch, dass UBS diese Erhöhung ohne externe Kapitalaufnahme und ohne signifikante Einschränkungen bei Wachstum oder Dividenden stemmen kann. Die Bank erfülle bereits jetzt einige der kommenden Anforderungen über die Erwartungen hinaus, sodass die effektive Kapitallücke geringer ausfallen dürfte als befürchtet.

