Schaeffler expandiert in die Raumfahrttechnologie und diversifiziert sein Portfolio

Schaeffler setzt auf Raumfahrttechnologie
Der fränkische Zulieferer Schaeffler unternimmt einen strategischen Schritt, um seine Abhängigkeit von der Automobilindustrie zu verringern. Mit dem Einstieg in die Raumfahrttechnologie plant das Unternehmen, hochkomplexe Schwungräder, sogenannte Reaction Wheels, für das börsennotierte US-Unternehmen Spire Global zu entwickeln. Diese Komponenten sind entscheidend, um Satelliten in der Umlaufbahn stabil zu halten und präzise zu steuern.
Für Spire wird Schaeffler der erste bedeutende Geschäftspartner im Bereich Raumfahrt. Klaus Rosenfeld, Vorstandschef von Schaeffler, äußerte sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur optimistisch: „Wir werden uns aber selbstverständlich auch anderen Interessenten nicht verschließen.“ Die Zusammenarbeit mit Spire zielt darauf ab, in den nächsten fünf Jahren ein Umsatzvolumen von 250 Millionen Euro zu generieren, was für Schaeffler eine signifikante Einnahmequelle darstellen würde.
Theresa Condor, CEO von Spire Global, betonte die gemeinsame Vision einer eigenständigen europäischen Raumfahrtindustrie, die in Europa entwickelt und betrieben wird. Diese Strategie soll nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Raumfahrt stärken, sondern auch die Effizienz und Schnelligkeit moderner Raumfahrtmissionen erhöhen. Solche Entwicklungen sind für Investoren von Bedeutung, da sie auf ein wachsendes Marktsegment hinweisen, das langfristig Shareholder Value schaffen könnte.
Rosenfeld verfolgt seit einiger Zeit die Diversifikation von Schaeffler. Neben der Raumfahrttechnologie hat das Unternehmen auch den Einstieg in die Geschäfte mit humanoiden Robotern sowie in die Rüstungsindustrie angekündigt. Um diese neuen Geschäftsfelder zu bündeln, wurde eine eigene Defence-Tochter am Rüstungsstandort München gegründet. „Wir meinen es ernst mit diesen Themen“, so Rosenfeld. Diese strategischen Entscheidungen sind entscheidend, um das Unternehmen unabhängig von den Herausforderungen in der Automobilbranche zu machen.
Trotz dieser Fortschritte bleibt der Produktionsschwerpunkt von Schaeffler in der Automobilindustrie, wo das Unternehmen weiterhin Fahrzeughersteller mit wichtigen Komponenten für Antriebsstränge beliefert. Allerdings haben nationale und internationale Schwierigkeiten in der Branche zuletzt das Wachstum in den traditionellen Segmenten gebremst. Besonders im ersten Quartal konnte Schaeffler nur in der Sparte E-Mobilität zulegen, was die Notwendigkeit unterstreicht, neue Geschäftsfelder zu erschließen und die Innovationskraft des Unternehmens zu fördern.

