The Witcher 3: Blood and Wine wird 10 – CD Projekt REDs Jubiläumsstream schürt die DLC-Hoffnungen neu
CD Projekt RED hat einen offiziellen Jubiläumsstream zu Blood and Wine angekündigt – pünktlich zum zehnten Geburtstag der Erweiterung, die Geralts Geschichte 2016 eigentlich endgültig abschloss. Am 28. Mai um 17 Uhr deutscher Zeit schalten sich Environment Art Director Kacper Niepokólczycki und Story Coordinator Magdalena Zych live dazu. Was nach harmloser Nostalgie klingt, könnte der perfekte Vorwand für eine Ankündigung sein, auf die Fans seit Monaten warten: den lange gemunkelten dritten DLC für The Witcher 3.
Zwei Hochkaräter für ein Nostalgie-Treffen – oder steckt mehr dahinter?
Dass CD Projekt RED für einen schlichten Geburtstagsstream gleich zwei prominente Köpfe aus der Blood-and-Wine-Entwicklung aufbietet, lässt aufhorchen. Kacper Niepokólczycki verantwortete als Environment Art Director maßgeblich die atemberaubende Optik Toussaints, während Magdalena Zych als Story Coordinator und Senior Writer tief in die narrative DNA der Erweiterung eingebunden war. Der offizielle Ankündigungstweet verspricht eine Rückkehr „in das Land der Ritter, Weinberge und Vampire“ – bewusst emotional aufgeladen, aber auffällig vage, was konkrete Inhalte betrifft. CD Projekt RED hat in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass scheinbar harmlose Community-Events als Absprungrampe für handfeste Ankündigungen dienen können. Die Skepsis mancher Fans ist trotzdem berechtigt: Das Studio hüllt sich seit Monaten in Schweigen, während die Gerüchteküche unaufhörlich brodelt.
Der DLC, den niemand kommen sah: Was die Gerüchte eigentlich verraten
Die Indizienlage ist inzwischen erdrückend. Der als verlässlich geltende Insider NateTheHate bestätigte bereits Ende 2025, dass ein neuer Witcher-3-DLC tatsächlich existiert. CD Projekt RED selbst räumte in seinem Finanzbericht ein, dass 2026 ein „bisher nicht angekündigtes Gaming-Projekt“ erscheinen soll. Analyst Mateusz Chrzanowski von Noble Securities prognostizierte daraufhin einen Mai-Release – ein Zeitfenster, das verdächtig nah am 28. Mai liegt. Inhaltlich verdichten sich die Hinweise auf eine Erweiterung, die sich in der Nähe Velens abspielen und als narratives Bindeglied zu The Witcher 4 fungieren soll. Statt exotischer Schauplätze wie Zerrikania rückt damit das düstere, von Krieg gezeichnete Niemandsland wieder in den Fokus – eine stimmige Kulisse für einen letzten, introspektiven Auftritt des Hexers.
Fool’s Theory, REDengine und die Frage nach dem Timing
Besonders spannend ist die Rolle des Entwicklerstudios Fool’s Theory. Das Team aus polnischen CDPR-Veteranen arbeitet ohnehin am offiziellen Remake des ersten Witcher-Teils und wäre damit der logische Partner für einen DLC, der CD Projekt REDs interne Ressourcen nicht von The Witcher 4 abzieht – ein Projekt, das aktuell knapp 500 Entwickler beschäftigt. Auf dem Papier ist das eine durchdachte Arbeitsteilung. In der Praxis bleibt die Frage, wie gut sich die betagte REDengine – auf der Witcher 3 technisch fußt – für neue Inhalte im Jahr 2026 noch eignet, während das gesamte Studio längst auf Unreal Engine 5 migriert ist. Ein zehn Jahre altes Spiel mit modernen Inhalten zu erweitern, ohne die Technik komplett zu modernisieren, ist ein Drahtseilakt. Die Erwartungen der Community an Grafik und Performance sind seit Blood and Wine nicht kleiner geworden.


