Schaeffler expandiert in die Raumfahrttechnologie

Diversifizierung als strategisches Ziel
Der fränkische Zulieferer Schaeffler verfolgt mit seiner jüngsten Entscheidung, in die Raumfahrttechnologie einzusteigen, eine klare Strategie zur Diversifizierung. In einem Schritt, der die Abhängigkeit von der traditionell schwächelnden Automobilindustrie reduzieren soll, wird Schaeffler hochkomplexe Reaction Wheels für Satelliten herstellen. Diese Teile sind entscheidend, um Satelliten in ihrer Umlaufbahn stabil zu halten und präzise zu steuern.
Schaeffler hat sich dafür mit dem börsennotierten US-Unternehmen Spire Global zusammengetan, das plant, 2025 eine Fertigungsstätte in München zu eröffnen. Der Einstieg in die Raumfahrtbranche könnte sich als zukunftsweisend erweisen, da die Nachfrage nach innovativen Technologien in diesem Sektor stetig wächst.
Umsatzpotenzial und langfristige Vision
Mit Spire soll Schaeffler der erste große Kunde in diesem neuen Geschäftsfeld werden. Klaus Rosenfeld, der Vorstandschef von Schaeffler, äußerte sich optimistisch und erklärte, dass man sich auch anderen Interessenten nicht verschließen werde. In den nächsten fünf Jahren wird ein Umsatzvolumen von 250 Millionen Euro angestrebt, was für Schaeffler eine signifikante Einnahmequelle darstellen könnte.
Theresa Condor, die Vorstandschefin von Spire Global, betont die langfristige Vision, eine eigenständige europäische Raumfahrtindustrie aufzubauen. Diese Initiative könnte nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Raumfahrt stärken, sondern auch dazu beitragen, die Abhängigkeit von internationalen Partnern zu verringern.
Breitere Aufstellung und neue Geschäftsfelder
Die Bemühungen von Rosenfeld, Schaeffler breiter aufzustellen, sind nicht neu. Bereits zuvor hatte das Unternehmen den Einstieg in die Bereiche humanoide Roboter und die Rüstungsindustrie angekündigt. Mit der Gründung einer eigenen Defence-Tochter in München werden nun auch die Raumfahrtaktivitäten gebündelt.
Rosenfeld bekräftigt: "Wir meinen es ernst mit diesen Themen." Diese Diversifizierung könnte Schaeffler helfen, sich in einem sich wandelnden Marktumfeld besser zu behaupten und neue Wachstumschancen zu erschließen.
Herausforderungen in der Automobilindustrie
Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt der Produktionsschwerpunkt von Schaeffler in der Automobilindustrie, wo das Unternehmen weiterhin Fahrzeughersteller mit wichtigen Komponenten beliefert. Aufgrund nationaler und internationaler Herausforderungen, die die Branche belasten, war das Wachstum in diesen traditionellen Geschäftsfeldern zuletzt jedoch begrenzt. In der Sparte E-Mobilität konnte Schaeffler im ersten Quartal lediglich ein Wachstum verzeichnen.
Insgesamt zeigt der Schritt in die Raumfahrttechnologie, wie wichtig es für Unternehmen ist, sich an veränderte Marktbedingungen anzupassen und neue Geschäftsfelder zu erschließen, um langfristig den Shareholder Value zu sichern.

