Investmentweek

Trumps Handelsattacke trifft deutsche Hersteller ins Zentrum

30. März 2025, 16:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
US-Präsident Trump will 25 % Zoll auf Autoimporte. Für VW, BMW, Mercedes und Co. drohen Milliardenschäden – und ein langfristiger Umbau der globalen Lieferketten. Warum diesmal mehr auf dem Spiel steht als Marktanteile.

Kein Aprilscherz: 25 Prozent auf alles

Am 3. April tritt in den USA ein Zoll in Kraft, der die Automobilindustrie auf beiden Seiten des Atlantiks in den Ausnahmezustand versetzt: 25 Prozent auf sämtliche importierte Fahrzeuge – vom Kleinwagen bis zum SUV, vom Getriebe bis zur Batterie.

Damit verfünffacht sich der bisherige Einfuhrzoll für europäische Autos – und trifft vor allem Deutschland, das fast die Hälfte aller EU-Autoexporte in die USA verantwortet.

Die Maßnahme ist kein Randthema – sie ist ein direkter Angriff auf die Exportstrategie deutscher Hersteller. Die Folge: Milliardenverluste, eingedampfte Margen, wackelnde Investitionspläne. Und ein Rückfall in alte Protektionismus-Reflexe.

Elf Milliarden Euro – konservativ gerechnet

Die Analysten des US-Hauses Bernstein haben gerechnet: Allein elf Milliarden Euro Nettokosten dürften auf die drei großen deutschen Autokonzerne – Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz – zukommen, wenn die Zölle bestehen bleiben. Für die ohnehin margendünne Branche ist das eine Belastung, die nicht einfach wegmoderiert werden kann.

Bei Porsche, dessen gesamtes US-Geschäft auf Importen basiert, brach der Aktienkurs um mehr als vier Prozent ein – ein Rekordtief. Auch BMW, das 400.000 Fahrzeuge jährlich in den USA absetzt, erwartet Einbußen im Ebit von rund einer Milliarde Euro.

Mercedes spricht intern von bis zu 2,9 Milliarden Euro Risiko, VW muss laut UBS fast 15 Prozent des operativen Ergebnisses abschreiben – fast 3 Milliarden Euro.

BMW rechnet mit einer Milliarde Euro Ebit-Verlust, Mercedes mit bis zu 2,9 Milliarden – ausgerechnet die margenstärksten Modelle wären betroffen.

Wer nicht in den USA produziert, steht im Regen

Besonders hart trifft es die Marken ohne eigene Werke auf US-Boden. Während BMW und Mercedes immerhin auf vorhandene Kapazitäten zurückgreifen können – etwa in Spartanburg oder Tuscaloosa –, hat Porsche keine lokale Produktion. Auch Audi und Ferrari dürften unter den neuen Regeln kaum Spielraum haben.

Zwar gibt es Ausnahmen für Importeure, die Teile lokal beziehen oder US-Anteile nachweisen können – aber viele deutsche Hersteller sind nicht USMCA-konform. Der Zoll greift also voll. Und das in einem Markt, in dem allein der VW-Konzern letztes Jahr 730.000 Fahrzeuge verkaufte – vom Golf bis zum Bentley.

Lobbyrunden in Washington – und die Hoffnung auf Zeit

Brancheninsider berichten, dass es bereits Überlegungen gibt, Delegationen aus München, Stuttgart und Wolfsburg nach Washington zu schicken – ähnlich wie 2018, als Trump schon einmal mit Autozöllen drohte. Damals konnten Ausnahmen verhandelt werden. Ob das diesmal wieder gelingt, ist offen.

Die EU-Kommission bemüht sich um Deeskalation, will Gespräche – keine Eskalation. VDA-Präsidentin Hildegard Müller nennt die Zölle einen „schweren Rückschlag für den freien Handel“. Und warnt: Die Konsequenzen würden Wachstum und Wohlstand auf beiden Seiten gefährden.

Strategiewechsel: Jetzt doch "Made in America"?

Noch steht kein Bagger, noch ist kein Werk genehmigt – aber die Überlegungen laufen. VW könnte Chattanooga ausbauen, auch das neue Scout-Werk in South Carolina wäre eine Option.

Mercedes denkt offen darüber nach, seinen Beststeller GLC ab 2026 in den USA zu produzieren – ein Schritt, der nun wahrscheinlicher wird. Und Audi und Porsche prüfen laut Branchenquellen längst den Einstieg in US-Fertigung.

Der Trend ist klar: Lokalisierung wird zur Überlebensstrategie. Das dauert, kostet und verkompliziert die globalen Lieferketten – aber es wird zur Bedingung, um in Trumps Amerika weiter Autos zu verkaufen.

Ein Zoll, viele Verlierer

Auch wenn Trump den „Befreiungsschlag“ für die US-Autoindustrie inszeniert: Ökonomisch ist der Zoll ein klassischer Pyrrhussieg. Die Autos werden teurer – nicht nur für Europäer, sondern vor allem für US-Konsumenten.

Zulieferer wie Bosch oder ZF, die Milliarden in den USA umsetzen, müssen ihre Strukturen neu denken. Und globale Kooperationen werden unter Druck geraten – just in dem Moment, in dem Elektromobilität und KI eigentlich grenzüberschreitendes Denken fordern würden.

Finanzen / Global
[InvestmentWeek] · 30.03.2025 · 16:00 Uhr
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