Trumps Fed-Kandidat Kevin Warsh warnt vor strafferer Liquidität: Was das für Bitcoin bedeutet

Kevin Warsh, der von Donald Trump als Nachfolger von Jerome Powell als Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve vorgeschlagen wurde, trat am Dienstag vor dem Bankenausschuss des Senats auf. Er versprach, unabhängig vom Weißen Haus zu agieren, machte jedoch keine Zusagen über sofortige Zinssenkungen. Dies ließ Marktbeobachter spekulieren, welche Auswirkungen eine von Warsh geführte Fed auf die Liquidität und risikobehaftete Vermögenswerte wie Bitcoin (BTC) haben könnte.
Ein Wechsel der Fed von Zinssätzen zur Bilanz
Während der Anhörung äußerte Warsh, dass die Fed „ihren Weg verloren“ habe und grundlegende Reformen benötige. Unter Eid erklärte er, dass Trump ihn nie gebeten habe, bei einem bestimmten Treffen Zinssenkungen zuzusagen. Diese Aussage stand im Widerspruch zu Trumps eigener Aussage am selben Morgen, in der er angab, enttäuscht zu sein, wenn Warsh nicht sofort nach Amtsantritt die Zinsen senken würde.
Warsh betonte, dass Kryptowährungen mittlerweile Teil des US-Finanzsystems seien, schloss jedoch die Einführung einer digitalen Zentralbankwährung während seiner Amtszeit aus. Wichtiger für Bitcoin war jedoch nicht die Diskussion über Zinssätze, sondern die Ankündigung einer Bilanzreduktion. Diese quantitative Straffung zielt darauf ab, die Anleihebestände der Fed zu reduzieren und Liquidität aus dem System zu ziehen.
Warsh erklärte, dass die Bilanz der Fed zu groß sei und schrumpfen sollte. Er sprach sich gegen das Halten langfristiger Staatsanleihen durch die Zentralbank aus und kündigte an, die Praxis zu beenden, dass Fed-Vertreter Zinsschritte im Voraus öffentlich ankündigen.
On-Chain-Daten zeigen eine andere Richtung
Während der Anhörung reagierte Bitcoin schnell und fiel unter $75.000, bevor es sich erholte und zum Zeitpunkt der Berichterstattung bei etwa $78.000 gehandelt wurde, was einem Anstieg von etwa 2,7 % innerhalb von 24 Stunden und 5,4 % in der Woche entspricht.
Interessant ist, was laut XWIN Research auf der Blockchain geschieht. Der Long-Term Holder SOPR, der verfolgt, ob Bitcoin-Inhaber mit Gewinn oder Verlust verkaufen, liegt bei etwa 1,0. Das bedeutet, dass sie nicht aggressiv verkaufen. Historisch gesehen deutet dies auf einen reduzierten Verkaufsdruck und ein begrenztes Angebot hin.
XWIN interpretiert die Situation so, dass die makroökonomische Liquidität schwächer wird, während die interne Struktur von Bitcoin stabil bleibt. Diese Divergenz könnte auf eine Akkumulationsphase hindeuten, mit der Möglichkeit eines starken Anstiegs, wenn die ETF-Nachfrage zurückkehrt und sich die Liquiditätsbedingungen ändern.

