Trump verschärft Handelskonflikt: EU und China in den Startlöchern
Der globale Handelsstreit, der seinen Anfang unter der Ägide von US-Präsident Donald Trump nahm, erfährt eine weitere Zuspitzung. Mit Nachdruck erhöht Trump den Druck auf China, wobei der ultimative Zeitrahmen gesetzt wurde: Die chinesische Führung muss den von ihr angekündigten Gegenzoll von 34 Prozent bis Mitternacht Dienstag zurücknehmen. Dies verkündete das Weiße Haus auf Nachfrage und beendete damit alle Spekulationen um die Frist.
Auf die drohenden US-Zölle reagierte China prompt: Sollte Washington seine Hardliner-Strategie fortsetzen, werde China „definitiv bis zum Ende begleiten“, ließ das Handelsministerium in Peking verlauten. Trump hingegen erwägt eine noch aggressivere Erhöhung von Zöllen um 50 Prozent, sollte Peking nicht nachgeben. Diese Maßnahmen sollen bereits ab Mittwoch in Kraft treten und den zweite Teil des umstrittenen US-Zollpakets einleiten.
Nicht minder betroffen von Trumps Handelskrieg zeigt sich die Europäische Union, die weiterhin Deeskalation sucht. In Brüssel äußerte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Bereitschaft zu Verhandlungen und offerierte eine gänzliche Aufhebung der Zölle auf Industriegüter. Doch auch die EU rüstet sich für mögliche Gegenmaßnahmen, falls die Gespräche scheitern sollten.
Ein drohender 20-prozentiger Zoll auf europäische Güter hätte schwerwiegende Auswirkungen, so dass die deutsche Wirtschaft mit massiven Exporteinbußen in die USA rechnet. Trump bleibt fest bei seinem Kurs, der auf die Korrektur von Handelsungleichgewichten abzielt und Produktion in die heimischen Gefilde zurückholen soll.
Auch sollen die Zolleinnahmen teilweise die versprochenen, jedoch kostspieligen amerikanischen Steuersenkungen finanzieren. Gleichzeitig betonte er beim Treffen mit Israels Premier Benjamin Netanjahu, dass ein Aufschub der Zölle nicht in Betracht gezogen werde. Israel, das die ohnehin geringen Handelsbarrieren gegenüber den USA abbauen möchte, bleibt indes in einer unklaren Situation, was mögliche Zollerleichterungen betrifft.
Der Auftakt zu einer potenziell weiteren Verschärfung der internationalen Handelsbeziehungen steht im Raum, und die Selbstsicherheit, mit der sowohl die Trump-Administration als auch ihre internationalen Handelsgegner agieren, verspricht spannende Entwicklungen.

