Trump und das Fed-Personalpuzzle: Chancen und Herausforderungen
Die US-amerikanische Zentralbank Fed steht vor einer personalpolitischen Neuordnung, die Präsident Donald Trump nach den eigenen Vorstellungen gestalten könnte. Überraschenderweise hat Vorstandsmitglied Adriana Kugler ihren Rücktritt verkündet. Präsident Trump sieht darin eine gute Gelegenheit, um den geldpolitischen Kurs der Fed in seinem Sinne zu beeinflussen, indem er eine Neubesetzung vornimmt. Der Einfluss des Präsidenten auf die US-Notenbank bringt Analysten ins Grübeln, da er seit Längerem für eine deutliche Senkung des Leitzinses plädiert - eine Idee, die ihm wirtschaftliche Vorteile und höhere Zustimmungswerte verspricht.
Die Fed verfolgt allerdings eine zurückhaltende Zinspolitik, um der Inflation entgegenzuwirken, was bisherige Radikalmaßnahmen Trumps, wie seine aggressive Zollpolitik, sehr herausfordernd macht. Innerhalb des Notenbankrats regt sich jedoch Widerstand. Zwei von elf Mitgliedern, nämlich Michelle Bowman und der Trump-nahe Christopher Waller, stimmten bei der letzten Sitzung für eine Senkung des Leitzinses. Waller gilt gar als potentieller Nachfolger für den jetzigen Fed-Chef Jerome Powell.
Powells Position gerät zusehends ins Kreuzfeuer von Trump. Der Präsident attackiert ihn regelmäßig verbal und fordert dessen Rücktritt, wobei er ihm 'falsche' geldpolitische Entscheidungen vorwirft. Trotz der Hürden, die der Amtsenthebung eines Fed-Chefs entgegenstehen, kündigte Trump vehement an, er würde Powell 'sofort feuern', wären da nicht die Risiken von Marktverwerfungen. Zudem nähert sich Powells Amtszeit ihrem Ende im kommenden Mai.
Währenddessen haben die Wirtschaftsdaten der Vereinigten Staaten angedeutet, dass sich das Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr abzuschwächen begann, was in Verbindung mit den andauernden Unsicherheiten zu verstärktem Druck auf die Fed führt. Eine erste Leitzinssenkung seit Dezember 2024 könnte zur Abhilfe eingesetzt werden, wenn sich der Inflationsdruck lockern sollte. Die jüngste Bewertung der öffentlichen Finanzen prognostiziert zudem, dass Trumps Steuergesetz das Haushaltsdefizit in den nächsten zehn Jahren um 3,3 Billionen US-Dollar steigern wird.

