Trump und China: Rechenfehler entfacht Zollstreit neu
US-Präsident Donald Trump hat die ohnehin angespannte Handelssituation mit China durch einen überraschenden Rechenfehler weiter verschärft. So belaufen sich die von ihm eingeführten Zölle auf Importe aus China insgesamt auf 145 Prozent anstatt der ursprünglich kommunizierten 125 Prozent. Diese Korrektur beruhte auf einer falschen Berechnung, bei der bereits ausgesprochene Strafzölle in Höhe von 20 Prozent nicht miteinbezogen wurden. Diese hatten zuvor als Antwort auf Chinas Beteiligung an der Produktion des nicht-medizinischen Opiats Fentanyl gedient.
Seit seinem Amtsantritt fährt Trump eine robuste Handelsstrategie gegenüber China. Jüngst verkündete er online, die China-Zölle auf insgesamt 125 Prozent anzuheben, und setzte im gleichen Atemzug Zölle für andere Nationen temporär aus. Die Argumentation des Präsidenten, China zeige gegenüber den Weltmärkten "mangelnden Respekt", wurde von spärlichen Informationen seitens des Weißen Hauses begleitet.
Die Diskrepanz in der Zollberechnung fiel auf, als die formelle Anordnung zur Erhöhung der China-Zölle veröffentlicht wurde, die lediglich die 125 Prozent an Sonderabgaben berücksichtigte. Die ursprünglichen 20 Prozent, verhängt aus Drogenproblematik, blieben vorerst bestehen und verschärften den ohnehin hitzigen Handelskrieg mit China. Peking reagierte darauf mit eigenen Vergeltungszöllen in Höhe von 84 Prozent auf US-Importe, ein Schritt, der bereits vor Trumps neuster Eskalation angekündigt war.
Eine direkte Reaktion der chinesischen Regierung auf die Korrektur und die daraus resultierende Erhöhung der US-Zölle auf 145 Prozent steht noch aus. Ungeachtet der angespannten Lage zeigte sich Trump bei einer Kabinettssitzung optimistisch, eine verhandlungstechnische Lösung zu finden und betonte, dass eine Einigung im beiderseitigen Interesse läge.

