Lage im Überblick

Trump: Öffnung der Straße von Hormus nicht unsere Sache

01. April 2026, 06:19 Uhr · Quelle: dpa
Iran-Krieg - Beirut
Foto: Hussein Malla/AP/dpa
Israels Luftwaffe greift erneut in Beirut an.
US-Präsident Trump sieht die Verantwortung für die Öffnung der Straße von Hormus bei anderen Staaten. Die Meerenge bleibt blockiert, Spritpreise steigen - und die gegenseitigen Angriffe gehen weiter.

Washington/Teheran (dpa) - Die USA wollen die Öffnung der vom Iran weiterhin blockierten Straße von Hormus anderen Ländern überlassen. Die USA hätten mit dem Problem - eine Folge des amerikanisch-israelischen Kriegs gegen den Iran - «nichts zu tun», sagte US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. Ob und wann eine Durchfahrt der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Meerenge wieder möglich sein wird, ist jedoch völlig ungewiss. Derweil setzt der Iran gut einen Monat nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe den Beschuss auf die benachbarten Golfstaaten mit Raketen und Drohnen fort.

In Kuwait wurden Treibstofftanks am internationalen Flughafen durch Drohnen getroffen, wie die Zivilluftfahrtbehörde des Landes in der Nacht mitteilte. Nach ersten Erkenntnissen entstand nur Sachschaden. Vor der Küste Katars geriet ein Tanker unter Beschuss. Es sei ein Schaden im Rumpf oberhalb der Wasseroberfläche entstanden, teilte die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) mit. Die Besatzung sei in Sicherheit. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb zunächst unklar. 

Im Persischen Golf liegen wichtige Häfen und Verladestationen für den globalen Handel mit Öl und Gas. Von dort bringen Schiffe ihre Fracht über die strategisch wichtige Straße von Hormus auf den Weltmarkt. Der Iran hat mit den Attacken und Drohungen die Schifffahrt durch die Meerenge nahezu zum Erliegen gebracht. Die Preise für Rohöl und Flüssiggas sind seither deutlich angestiegen.

Trump: Öffnung der Straße von Hormus Sache anderer Länder 

Wegen Irans fast kompletter Blockade hatte Trump Nato-Partner um Hilfe bei der militärischen Absicherung der Meerenge gebeten. Weil sie dem nicht nachkamen, kritisierte er die Verbündeten wiederholt scharf. Trump bekräftigte nun, dass es nach Ende der US-Angriffe Sache anderer Länder sein werde, Öltanker durch die Straße von Hormus zu bekommen. Frankreich oder andere Länder wären in der Lage, «für sich selbst zu sorgen», sagte Trump. Chinesische Tanker etwa würden die Meerenge passieren und sich um sich selbst kümmern. «Wir haben keinen Grund, das zu tun», sagte Trump. 

Die USA importieren verhältnismäßig wenig Rohöl aus den Staaten des Persischen Golfs - doch steigende Weltmarktpreise treffen alle Länder. Das setzt auch Trump und seine Republikaner unter Druck, zumal im November die Zwischenwahlen zum US-Kongress anstehen. 

Bericht: Emirate wollen Straße von Hormus gewaltsam öffnen

Die Vereinigten Arabischen Emirate bemühen sich laut «Wall Street Journal»um eine Koalition mit den USA und anderen Verbündeten, um die Straße von Hormus gewaltsam zu öffnen. Emiratische Diplomaten hätten die USA und die Militärmächte in Europa und Asien dazu dringend aufgefordert, sagte ein Vertreter des Landes der Zeitung. Die Emirate wollen demnach, dass der UN-Sicherheitsrat dies per Resolution absegnet. Der iranische Machtapparat glaube, er kämpfe um sein Überleben und sei bereit, die Weltwirtschaft mit in den Abgrund zu reißen, indem es die Straße von Hormus abriegele, hieß es. 

Ein militärischer Einsatz ohne Zustimmung des Irans gilt als sehr komplex und gefährlich. Der Iran könnte Ziele in der Meerenge einfach vom Festland aus angreifen. Zur Abwehr von Attacken bliebe Kriegsschiffen in der engen Wasserstraße wahrscheinlich mitunter nur extrem wenig Zeit. 

Trump will Iran in die «Steinzeit» zurückversetzt wissen 

Trump rechnet mit einem Ende der US-Angriffe im Iran in zwei bis drei Wochen. Dafür brauche es keinen Deal mit Teheran. Das sei «irrelevant», da man dafür sorge, dass Irans Machthaber keine Atomwaffen bauen könnten, sagte er. «Wenn wir das Gefühl haben, dass sie für lange Zeit in die Steinzeit zurückversetzt sind und sie nicht in der Lage sein werden, eine Atomwaffe zu entwickeln, dann werden wir gehen», sagte er. Der Iran hat stets bestritten, Atomwaffen anzustreben.

Trump will laut seiner Sprecherin am Donnerstag um 3.00 Uhr nachts deutscher Zeit in einer Rede an die Nation ein «wichtiges Update» zum Iran geben. 

Israels Premier erwartet Sturz des iranischen Machtapparats

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass Irans Regierung früher oder später stürzen wird. «Das Ajatollah-Regime im Iran ist schwächer denn je», sagte er am Abend. Der Kampf gegen Irans Führung sei aber noch nicht vorbei. 

Ob sich Israel an Trumps Zeitplan für ein Ende der Angriffe halten würde, ist unklar. Auch Trump selbst hatte in der Vergangenheit öfter Zeitangaben gemacht, die er später änderte. Vorerst setzen die Verbündeten ihre Angriffe im Iran fort. 

Schwere Luftangriffe in Beirut 

Die israelische Luftwaffe flog derweil in der Nacht erneut auch schwere Luftangriffe auf Ziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Es seien ein ranghoher Kommandeur der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz sowie ein weiterer «Terrorist» getroffen worden, teilte die Armee auf Telegram mit. Nach vorläufigen Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei den Angriffen mindestens fünf Menschen getötet und 21 weitere verletzt. Zuvor war der Norden Israels erneut unter Dauerbeschuss durch die Miliz geraten.

Der Iran hat laut Außenminister Abbas Araghtschi noch keine Entscheidung über Verhandlungen mit den USA getroffen. Araghtschi sagte dem arabischen Sender Al Jazeera, sein Land habe Vorbehalte. «Wir haben keinerlei Vertrauen, dass Verhandlungen mit den USA zu Ergebnissen führen werden. Das Vertrauen liegt bei null», sagte er. Außerdem werde der Iran nur eine vollständige Einstellung der Feindseligkeiten in der Region akzeptieren, jedoch keine allein auf sein Land beschränkte Waffenruhe. Damit meint Araghtschi auch die Angriffe auf mit dem Iran verbündete Gruppen wie die libanesische Hisbollah.

Krieg / Konflikte / Öl / Iran / USA / Israel / Straße von Hormus
01.04.2026 · 06:19 Uhr
[5 Kommentare]
Serpil Midyatli (Archiv)
Berlin - Serpil Midyatli, stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD, hat Torsten Albig für dessen Vorstoß in Sachen Minderheitsregierung kritisiert. "Albig ist absolut auf dem Irrweg", sagte Midyatli dem "Tagesspiegel". Die AfD sei menschenverachtend und demokratiefeindlich. Als Sozialdemokratin werde sie immer und überall gegen die AfD kämpfen, daher […] (00)
vor 5 Minuten
Katie Price hat erklärt, dass sie ihren Ehemann Lee Andrews vermisst – neun Tage nach dessen Verschwinden.
(BANG) - Katie Price hat erklärt, dass sie ihren Ehemann Lee Andrews vermisst – neun Tage nach dessen Verschwinden. Das frühere Glamour-Model feierte seinen 48. Geburtstag am Freitag (22. Mai) allein und veröffentlichte in den sozialen Medien ein bewegendes Video mit Fotos von sich und Lee, der seit vergangener Woche nicht mehr gesehen wurde, als er […] (00)
vor 7 Stunden
2CV-Comeback: Legendäre Ente kehrt als Stromer für unter 15.000 Euro zurück
Sie soll, wie früher, ein echtes »Volksauto sein, »gemacht für den Alltag« – und nun die Elektromobilität demokratisieren: Citroën-Chef Xavier Chardo hegt mit dem Comeback der Ente große Pläne. Der legendäre, kurvige Kleinwagen habe, so Chardo, 1948 »Millionen Menschen die Freiheit der Mobilität geschenkt«. Zeit also, den Gedanken auf moderne Art neu zu […] (00)
vor 2 Stunden
Sony verschweigt die ganze Wahrheit: PS Plus wird plötzlich auf allen Tarifen teurer
Erst hieß es, nur Essential-Neukunden zahlen mehr. Jetzt ist klar: Sony hat bei der Ankündigung der PlayStation Plus Preiserhöhung geschickt getrickst. Denn auch die Luxus-Tarife Extra und Premium werden kräftig angehoben – allerdings nur bei kürzeren Laufzeiten. Ein cleverer Schachzug, der vor allem eines verrät: wohin die Reise mit der PS6 gehen […] (00)
vor 2 Stunden
Lifetime setzt neuen True-Crime-Thriller mit Tia Mowry an
Mit «Single Black Tenant» kehrt Tia Mowry Ende Juni für eine weitere Produktion zum US-Sender Lifetime zurück. Der amerikanische Fernsehsender Lifetime baut seine Reihe „Ripped from the Headlines“ weiter aus und setzt dabei erneut auf Tia Mowry. Die Schauspielerin übernimmt in dem neuen Thriller Single Black Tenant nicht nur die Hauptrolle, sondern fungiert auch als ausführende Produzentin. […] (00)
vor 5 Stunden
Uli Hoeneß
München (dpa) - Uli Hoeneß hat die Kommunikation um die Nominierung des deutschen WM-Torwarts durch Bundestrainer Julian Nagelsmann bemängelt. «Das war nicht in Ordnung, nicht fair», sagte der 74 Jahre alte Ehrenpräsident des FC Bayern München im «Spiegel»-Spitzengespräch. Es sei ein Fehler gewesen, bereits im Frühjahr die Entscheidung zu verkünden, […] (01)
vor 5 Stunden
bitcoin, blockchain, currency, coin, gold, money, finance, digital, crypto, payment
Der Bitcoin-Kursrückgang ist nicht isoliert zu betrachten, da die börsengehandelten Fonds (ETFs), die die Performance der Kryptowährung nachbilden, in der vergangenen Woche ihre größten Abflüsse seit Ende Januar verzeichneten. Daten von SoSoValue zeigen, dass der Mai nach zwei aufeinanderfolgenden Wochen massiver Abflüsse negativ ausfällt. Über […] (00)
vor 32 Minuten
Modellbau Utensilien professionell entfetten und reinigen
Mörfelden-Walldorf, 23.05.2026 (lifePR) - Modellbau Utensilien professionell entfetten und reinigen Jeder Modellbauer kennt das Problem: fettige Fingerabdrücke, Staub oder Schweiß auf empfindlichen Bauteilen. Gerade beim Kleben oder Lackieren ist eine absolut saubere Oberfläche entscheidend, damit die Arbeit gelingt und das Modell ein perfektes Finish […] (00)
vor 10 Stunden
 
Alexander Dobrindt (Archiv)
Berlin - Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) kritisiert Warnungen vor einer […] (07)
Öltanker in Russland
Noworossijsk/Perm (dpa) - Die Ukraine hat mit einem weiteren Drohnenangriff eine […] (03)
Max Eberl (Archiv)
München - Uli Hoeneß legt sich bei der Frage einer Vertragsverlängerung von […] (01)
Patient mit Infusionsständer (Archiv)
Berlin - Die Finanzprobleme in der Pflege sind offenbar größer als bislang erwartet. […] (01)
Bushido
(BANG) - Bushido schwärmt von seinem neuen Leben in München. Im vergangenen Winter […] (01)
Apple dominiert Smartphone-Weltmarkt im ersten Quartal 2026
Im ersten Quartal 2026 hat Apple mit dem iPhone die Führung auf dem […] (00)
Helldivers 2 legt nach: DLSS 4.5, FSR und VRR kommen endlich – aber warum erst jetzt?
Fast anderthalb Jahre mussten die Verteidiger der Super Erde auf ein rundes […] (00)
«Jackass» kehrt in restaurierter Fassung zu Paramount+ zurück
Die ersten drei Staffeln der Kultserie sind ab sofort wieder beim Streamingdienst verfügbar. […] (00)
 
 
Suchbegriff