Kein Henry, kein „Deliverance“: Das nächste Kingdom Come wird alles anders machen – und kommt überraschend schnell
Die Nachricht schlug bereits Wellen, als Warhorse Studios einen Doppelschlag ankündigte: ein Open-World-RPG in Mittelerde – und ein neues Kingdom Come Abenteuer. Jetzt liefert Mutterkonzern Embracer Group die entscheidenden Details nach. Der Haken? Das Spiel wird ohne den legendären Namenszusatz „Deliverance“ auskommen. Und das könnte mehr bedeuten, als nur ein fehlendes Wort im Titel.
Release-Fenster fixiert: Was der fehlende „Deliverance“-Zusatz verrät
Laut dem aktuellen Earnings Report von Embracer Group hat das neue Kingdom Come-Projekt die volle Entwicklungsphase erreicht – und der Release ist für das nächste Geschäftsjahr geplant, also zwischen April 2027 und März 2028. Was auf den ersten Blick nach einer soliden Ansage klingt, ist bei genauerem Hinsehen eine für Embracer typisch vage Fensterangabe. Der Konzern hat in den vergangenen Jahren gelernt, sich nach der geplatzten 2-Milliarden-Dollar-Investition bedeckt zu halten.
Interessanter ist der Namensverzicht: Warhorse spricht bewusst von einem „neuen Kingdom Come-Abenteuer“, nicht von Kingdom Come: Deliverance 3. Das deutet auf einen frischen Handlungsstrang mit neuen Charakteren hin – und nährt Spekulationen, dass Heinrichs Saga mit dem finalen DLC Mysteria Ecclesiae tatsächlich abgeschlossen ist. Ob uns stattdessen ein Spin-off mit Sir Hans Capon oder ein komplett neues Setting in Böhmen erwartet, bleibt vorerst offen.
Die Embracer-Belastungsprobe: Kann Warhorse zwei Eisen gleichzeitig schmieden?
Wer die jüngere Geschichte von Embracer Group verfolgt hat, weiß: Der Konzern hat über 7.800 Mitarbeiter entlassen, ganze Studios geschlossen (darunter Volition und Free Radical) und über 80 Projekte gecancelled. Dass Ausgerechnet Warhorse in diesem Umfeld grünes Licht für gleich zwei Großprojekte bekommt, spricht für das Vertrauen in die Tschechen – birgt aber auch Risiken.
Warhorse arbeitet parallel an einem Open-World-RPG in Mittelerde, das Content Director Ondrej Bittner selbst als „huge, immersive RPG“ beschrieb. Wir haben über die komplette Ankündigung beider Projekte bereits ausführlich berichtet. Die entscheidende Frage ist: Wie groß sind die beiden Teams wirklich? Ein Kingdom Come-Ableger mit einem relativ kurzen Entwicklungszyklus von nur drei Jahren (KCD2 erschien im Februar 2025) deutet darauf hin, dass es sich um ein kleiner skaliertes Projekt handeln könnte – vielleicht kein 100-Stunden-Epos, sondern ein fokussierteres Abenteuer im bekannten Universum.
Fünf Millionen Henrys, ein Abgang und die Zukunft
Die wirtschaftliche Basis für Warhorse‘ Expansion ist solide. Wie das Studio im Februar 2026 bekannt gab, hat Kingdom Come: Deliverance 2 die Marke von fünf Millionen verkauften Exemplaren geknackt – ein atemberaubender Erfolg für ein historisches Rollenspiel ohne Drachen und Magie. „Five million Henrys are now adventuring in Bohemia!“, feierte das Studio damals.
Doch ein kreativer Umbruch zeichnet sich ab: Daniel Vávra, der kreative Kopf hinter der Kingdom Come-Reihe, hat Warhorse Anfang 2026 verlassen, um einen KCD-Film zu realisieren. Sein Abgang wirft die Frage auf, wer die kreative Richtung des neuen Ablegers bestimmt – und ob die Formel aus historischer Akribie und erzählerischer Wucht auch ohne den Mastermind funktioniert.
Was bedeutet das für dich als Fan? Das neue Kingdom Come wird definitiv kommen – und zwar schneller als ein klassischer Triple-A-Nachfolger. Aber ob es den Zauber der Deliverance-Ära ohne Henry und ohne Vávra einfangen kann, bleibt die spannendste Unbekannte dieser Ankündigung. Glaubst du, Warhorse sollte Henry ruhen lassen und etwas völlig Neues wagen – oder wünschst du dir ein drittes Abenteuer mit dem Schmiedesohn?


