Thyssenkrupp: Trotz Jahreszielreduktion bleibt Optimismus dank Marinesparte
Die Aktien von Thyssenkrupp erlebten am Donnerstag einen kräftigen Rückgang und fielen auf den niedrigsten Stand seit Juli, nachdem der Konzern seine Jahresziele nach unten korrigierte. Am Mittag lag der Kurs mit einem Verlust von 8,6 Prozent bei 8,89 Euro. Trotz der aktuellen Turbulenzen bleibt das Jahresergebnis des Konzerns allerdings ansehnlich, vor allem aufgrund eines mehr als beeindruckenden Kurszuwachses von über 125 Prozent, der durch Hoffnungen rund um die Börsenpläne der Marinesparte TKMS befeuert wurde.
Im dritten Geschäftsquartal kämpfte Thyssenkrupp mit einer schwächeren Nachfrage und rückläufigen Preisen. Einziger Lichtblick war die in Abspaltung befindliche Marinesparte TKMS, die mit steigenden Umsätzen und Neugeschäften punktete – was jedoch die Schwächen in anderen Geschäftsbereichen nicht ausgleichen konnte. Infolgedessen sah sich der Konzern gezwungen, seine Umsatzziele und das bereinigte operative Ergebnis nach unten anzupassen.
Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank betonte die negativen Einflüsse, die schwache Nachfrage und Preisdruck auf die kurzfristige Entwicklung der Kerngeschäfte haben. Er sieht jedoch im kommenden Kapitalmarkttag Ende September einen possible Trigger für den Aktienkurs, mit einem Fokus auf die in Vorbereitung befindliche Abspaltung der Marine Systems-Sparte.
Der JPMorgan-Analyst Dominic O'Kane merkte an, dass der Konzern die Erwartungen in der Gewinn- und Verlustrechnung verfehlt hat, sah jedoch auch eine gewisse Übereinstimmung der neuen Ziele mit den Konsensschätzungen. Christian Obst von der Baader Bank wies derweil darauf hin, dass Thyssenkrupp trotz Umsatzrückgangs damit Erfolg hatte, sowohl das operative Ergebnis als auch den Free Cashflow leicht zu verbessern.

