Thyssenkrupp setzt Segel für eigenständiges TKMS: Börsengang bringt frischen Wind
Der größte deutsche Marineschiffbauer, Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS), startet in eine neue Ära der Unabhängigkeit. Nach einem mehrheitlichen Beschluss auf der Hauptversammlung der Muttergesellschaft Thyssenkrupp steht der Börsengang der Sparte bevor. Diese Entscheidung eröffnet spannende Perspektiven für die Zukunft des Unternehmens, das nun auf größere unternehmerische Freiheit setzt.
Thyssenkrupps Bereitschaft, 51 Prozent der Anteile an TKMS zu behalten, bei gleichzeitiger Übertragung der restlichen Anteile an die eigenen Aktionäre, stellt sicher, dass die Kontrolle über den renommierten Schiffbauer in vertrauten Händen bleibt. TKMS, bekannt als Weltmarktführer für nicht-nukleare U-Boote und für den Bau von Fregatten und Korvetten, beschäftigt rund 8.300 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten in Kiel, Wismar und dem brasilianischen Itajaí.
Die Eigenständigkeit von TKMS soll schnellen Reaktionen und gezielten Investitionen den Weg ebnen. Denn volle Auftragsbücher und prestigeträchtige Projekte – wie der Auftrag aus Singapur für zwei weitere U-Boote und der Bau des deutschen Forschungsschiffs 'Polarstern 2' – stehen der Marinesparte ins Haus. Miguel López, der Geschäftsführer von Thyssenkrupp, hebt hervor, dass die neue Unternehmensstruktur den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtere und den Wert von TKMS sichtbarer mache.
Die Zusammenarbeit mit der Bundesregierung wird durch eine Sicherheitsvereinbarung intensiviert. Diese sieht exklusive Mitspracherechte des Bundes bei kritischen Aktivitäten vor und betont das strategische Interesse an der Marinesparte. Ein direkter Beteiligungserwerb durch den Bund steht zwar aktuell nicht im Plan, wird jedoch im Dialog offen gehalten.
Aktionärsvertreter äußern sich überwiegend positiv zu diesen Entwicklungen, auch wenn die geplante Besetzung des Aufsichtsrats von einigen kritisch gesehen wird. Die Bedenken drehen sich um die Dominanz von Thyssenkrupp in strategischen Entscheidungen des eigenständigen Unternehmens.
Der strategische Umbau im Thyssenkrupp-Konzern, dessen Teil die Ausgliederung von TKMS ist, verspricht noch weitere eigenständige Sparten in den kommenden Jahren. Investoren können daher gespannt bleiben, was dieser frische Wind in der deutschen Unternehmenslandschaft noch mit sich bringt.

