The Relic: First Guardian – Horror-Trailer zeigt grausame Neuinterpretation der koreanischen Himmelsfee-Legende
Project Cloud Games hat einen düsteren neuen Trailer zu The Relic: First Guardian veröffentlicht, der die Horror-Elemente des Action-RPGs in den Fokus rückt. Der „Official Horror Showcase Trailer“ präsentiert eine verstörende Neuinterpretation der koreanischen Folklore „Die Himmlische Jungfrau und der Holzfäller“ – eine Liebesgeschichte, die in diesem Spiel zur Albtraum-Boss-Begegnung mutiert. Die im Trailer gezeigte Frau wurde offenbar vom Holzfäller gefangen gehalten: Blutige Fesseln, ein Käfig und andere Folterwerkzeuge zeugen von ihrer Qual. „An dem Tag, an dem sie nicht mehr zum Himmel schauen konnte, verlor sie sich selbst“, erklärt der Narrator, bevor wir die verwandelte Himmelsfee in grotesk verzerrter Form sehen – ein Untoten-Wesen mit unnatürlicher Geschwindigkeit und verstörend ruckartigen Animationen.
Koreanische Folklore trifft auf Soulslike-Mechaniken
The Relic: First Guardian nutzt koreanische Volksmärchen als narrative Grundlage, transformiert sie aber in düstere Horror-Szenarien. Die Himmelsfee-Geschichte ist nur eine von vielen adaptierten Legenden, die im Land Arsiltus spielen – einer Welt, die durch eine mysteriöse Leere fragmentiert wurde. Der Protagonist muss das titelgebende große Relikt zusammensetzen, das unter ungeklärten Umständen zerbrach, um Arsiltus zu retten. Das Gameplay orientiert sich stark an Soulslike-Titeln: Lange Attack-Animationen erfordern Commitment und bestrafen falsch getimte Moves gnadenlos. Ein Posture- und Parry-System à la Sekiro: Shadows Die Twice ergänzt die taktischen Optionen. September-Trailer zeigten bereits abwechslungsreiche Environments wie brennende Dörfer, Untergrund-Abschnitte mit gefangenen Überlebenden und den Boss Branko, der Blutbefleckte Schild, der explosive Kämpfe liefert.
70 verschiedene Brutals als Boss-Encounters
Das Spiel verspricht 70 unterschiedliche Bosse, in-game als „Brutals“ bezeichnet, die jeweils unique Herausforderungen präsentieren. Die verdrehte Himmelsfee aus dem neuen Trailer ist offenbar einer dieser Brutals, mit einem Design, das eindeutig ihre Folter-Vergangenheit reflektiert: Verzerrte Gliedmaßen, unnatürliche Bewegungen und eine stumme Verzweiflung, die durch ihr visuelles Erscheinungsbild kommuniziert wird. Der Narrator betont, dass ihre Transformation „weder Fluch noch Strafe war, sondern die Geschichte von jemandem, der den Himmel verlor“ – ein poetischer, aber zutiefst tragischer Kommentar über Verlust und Wahnsinn. Spieler können diese Brutals mit einer Varietät an Waffen bekämpfen: September-Footage zeigte bereits kurze Klingen für schnelle Combo-Chains sowie vermutlich schwerere, langsamere Waffenklassen für mehr Schaden pro Hit.
Release am 26. Mai für PC, PS5 und Xbox Series
The Relic: First Guardian erscheint am 26. Mai 2026 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S. Das Release-Datum wurde bereits im Dezember mit einem Trailer angekündigt. Seit der ursprünglichen Ankündigung 2021 hat Project Cloud Games gezielt Informationen getröpfelt, um Hype zu generieren – eine Strategie, die bei Indie-Action-RPGs mittlerweile Standard ist. Die Kombination aus koreanischer Folklore, Soulslike-Combat und expliziten Horror-Elementen positioniert The Relic als potenzielle Dark-Horse-Überraschung im überfüllten Action-RPG-Markt 2026. Die düstere, atmosphärische Präsentation und die Versprechung von 70 unique Brutals deuten auf einen Content-reichen Titel hin, der Genre-Fans ansprechen könnte, die nach Alternativen zu den üblichen From Software-Titeln suchen.
Folklore als narrative Basis für Horror-Design
Die Entscheidung, koreanische Folklore als Grundlage zu nutzen, unterscheidet The Relic von westlichen oder japanischen Soulslike-Titeln. Während Elden Ring auf europäischer Fantasy basiert und Sekiro auf japanischer Sengoku-Historie, erschließt The Relic ein kulturelles Narrativ, das im Gaming-Mainstream selten vertreten ist. Die Himmelsfee-Geschichte ist in Korea extrem bekannt – eine klassische Liebestragödie über eine himmlische Frau, die ihre Flügelgewänder verliert und dadurch gezwungen ist, auf der Erde zu bleiben, wo sie den Holzfäller heiratet. Die Horror-Interpretation in The Relic dreht diese romantische Erzählung in eine Geschichte über Gefangenschaft, Obsession und letztendlich Transformation in ein Monster. Das visuelle Design der Boss-Version – mit ihren offensichtlichen Folter-Spuren – suggeriert, dass der Holzfäller sie aktiv gefangen hielt, um ihre Flucht zu verhindern. „Die Geschichte von jemandem, der den Himmel verlor“ ist eine poetische Umschreibung für psychologischen Zusammenbruch und Identitätsverlust.


