The Occultist: Neues Entwicklertagebuch enthüllt, warum Godstone eine Insel ist, die sich an alles erinnert
Es gibt Orte in Spielen, die man betritt und sofort spürt, dass man dort nicht willkommen ist – nicht wegen offensichtlicher Bedrohung, sondern wegen einer unterschwelligen, kaum greifbaren Schwere, die sich in jede Ecke gefressen hat. The Occultist, der kommende Horrorerzähltitel von DALOAR, zielt genau auf dieses Gefühl. Das zweite Entwicklertagebuch wirft nun einen tiefen Blick auf Godstone – und was das Studio dabei preisgibt, lässt erahnen, warum diese Insel das Herzstück des gesamten Spiels ist.
Godstone: Zwischen Utopie und Alptraum
Godstone wurde einst als Zufluchtsort entworfen – ein Ort für Menschen, die einen Neuanfang suchten, weit weg vom Lärm der Welt. Was daraus wurde, ist das Gegenteil von allem, was die ursprünglichen Bewohner erhofft hatten. Im Mittelpunkt von The Occultist steht Paranormologe Alan Rebels, der die verlassene britische Insel aufsucht, nachdem sein Vater spurlos verschwunden ist. Was ihn erwartet, ist keine lebendige Gemeinschaft, sondern deren Echo – eingefroren in dem Moment, in dem die Insel aufgehört hat zu atmen. Angst, Verzweiflung und ungelöste Vergangenheit haben sich in Godstone eingenistet wie Flechten in altem Gemäuer. Die Insel erinnert sich. Und sie lässt nicht los.
„Die Art von Schönheit, die einen unruhig macht“
Leitender technischer Künstler Alexis Sánchez und Spieleentwickler Alejandro Polo nehmen im zweiten Entwicklertagebuch die Zuschauer mit in den gestalterischen Kern von Godstone. Der Titel des Tagebuches – „Die Art von Schönheit, die einen unruhig macht“ – ist dabei Programm: Die Insel soll nicht nur gruselig wirken, sondern in einem seltsamen Gleichgewicht zwischen malerischer Verlassenheit und bedrückender Präsenz schweben. Licht fällt durch verfallene Fenster, Natur überwuchert das, was einst Ordnung war, und dennoch spürt man, dass etwas Unsichtbares wacht. Genau diese Spannung zwischen Anziehung und Unbehagen ist es, die Godstone von generischen Horrorkulissen abhebt. Das Entwicklerteam beschreibt den Ort nicht als bloße Hintergrundkulisse, sondern als eigenständige Figur – einen Zeugen, der schweigt, aber alles gesehen hat.
Demo spielbar im Rahmen des Steam Next Fest
Wer nicht nur lesen, sondern selbst erleben möchte, was Godstone zu bieten hat, bekommt dazu gerade die Gelegenheit: Im Rahmen des Steam Next Fest ist eine aktualisierte spielbare Vorschauversion von The Occultist für begrenzte Zeit verfügbar. Die Demo wurde gegenüber früheren Versionen überarbeitet und gibt einen direkten Einblick in Atmosphäre, Spielmechanik und die bedrückende Welt, die DALOAR aufgebaut hat. Alan Rebels‘ Fähigkeit, mit der „anderen Realität“ zu interagieren und unruhige Geister bei ihrem Übergang zu begleiten, steht dabei im Vordergrund. Für ein kleines Entwicklerstudio aus Hamburg und Valladolid ist The Occultist ein bemerkenswertes Vorhaben – und Godstone der wohl eindrucksvollste Beweis dafür, dass Atmosphäre keine Frage des Budgets ist, sondern der gestalterischen Haltung.


