Tenismatch inmitten der Krise: CDU steht hinter Wegner
Die Berliner CDU-Fraktion solidarisierte sich in der Debatte über das Krisenmanagement des Regierenden Bürgermeisters während des längsten Stromausfalls der Nachkriegszeit mit Kai Wegner. Verschiedene Fraktionsmitglieder lobten sein Engagement vor Ort und sahen die Aufarbeitung der Stromkrise als vordringlich an, anstatt sich auf das Tennismatch am Samstagnachmittag zu konzentrieren. Wegner räumte ein, dass eine bessere Kommunikation seiner sportlichen Auszeit zur richtigen Zeit sinnvoll gewesen wäre.
Wegner erklärte am Mittwoch, dass er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, Tennis gespielt habe, um sich zu erholen. In derselben Zeitspanne mühten sich 100.000 Menschen im Süden Berlins mit den Folgen des Stromausfalls ab, während vor Ort Notunterkünfte eingerichtet wurden. Kritiker von anderen Parteien übten scharfe Kritik und forderten in einigen Fällen sogar Wegners Rücktritt.
Der Stromausfall wurde durch einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf verursacht, zu dem sich eine linksextremistische Gruppe bekannte. Die Ausfälle beeinträchtigten zehntausende Haushalte und Unternehmen und führten zu einem Ausnahmezustand. Nach tagelangen Reparaturen gelang es dem Versorger Stromnetz Berlin, alle Betroffenen bis Mittwoch wieder ans Netz anzuschließen.
Kritik kam auch auf, da Wegner zunächst angab, ausschließlich vom Homeoffice aus die Krise zu managen, was sich mit seinem Tennisspiel nicht vereinbaren ließ. Er gestand ein, dass er offener über seinen Aufenthalt hätte informieren sollen, doch betonte er, dass sein Hauptaugenmerk die Versorgung der betroffenen Haushalte blieb.

