Strategiewechsel bei AB Foods: Trennung von Primark und Lebensmittelgeschäft in Aussicht
Der britische Mischkonzern AB Foods könnte einem umfassenden Umbau gegenüberstehen, wenn die Pläne zur Trennung seiner beiden Hauptgeschäftsbereiche, dem Textil-Discounter Primark und dem Lebensmittelgeschäft, in die Tat umgesetzt werden. Unternehmenschef George Weston, der Enkel des Gründers, betonte anlässlich der Veröffentlichung der jüngsten Jahreszahlen das Potenzial beider Bereiche. Insbesondere hob er das „äußerst attraktive Portfolio“ des Lebensmittelsegments hervor, das jedoch im Gegensatz zu Primark weniger Aufmerksamkeit von den Finanzmärkten erfahre.
Michael McLintock, der Verwaltungsratschef, hob die Bedeutung von Primark als Einnahmequelle des Konzerns hervor. Der Textil-Discounter zeichnet sich durch eine erhebliche Größendominanz innerhalb von ABF aus und trägt maßgeblich zum Betriebsgewinn bei. Die größte Anteilseignerin, Wittington Investments - die Investmentgesellschaft der Weston-Familie - beabsichtigt jedoch, ihre Mehrheitsbeteiligung in beiden Sparten zu behalten.
Keine positiven Zahlen konnte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr präsentieren, da insbesondere der gesunkene Zuckerpreis belastete. Der Umsatz schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf knapp 19,46 Milliarden Pfund Sterling (ca. 22,2 Mrd. Euro). Der bereinigte operative Gewinn fiel um 13 Prozent auf 1,73 Milliarden Pfund. Analysten hatten ursprünglich mit einem gravierenderen Rückgang gerechnet. Für das kommende Jahr zeigt sich das Unternehmen jedoch optimistisch und rechnet mit einem Gewinnanstieg. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verringerte sich der Gewinn je Aktie um fast 30 Prozent auf über eine Milliarde Pfund.

