Starker Anstieg bei Bio-Lebensmitteln: Nachfrage überholt Produktion
Der deutsche Markt für Bio-Lebensmittel boomt, während die heimische Produktion nur zögerlich hinterherkommt. Laut einem aktuellen Bericht des Deutschen Bauernverbands prognostiziert die Branche für 2025 ein Umsatzwachstum von acht Prozent. Dies markiert das Ende der Absatzflaute, die das Inflationsjahr 2022 geprägt hatte. Trotz steigender Nachfrage stagniert die Produktion weiterhin.
Es wird erwartet, dass der Bio-Umsatz in diesem Jahr die 18-Milliarden-Euro-Marke übertreffen wird. Wachstumstreiber sind insbesondere die Bio-Eigenmarken großer Handelsketten. Während Supermärkte und Drogerien wichtige Absatzkanäle bleiben, hat sich auch der Naturkostfachhandel wieder erholt.
Der Gesamtumsatz stieg bereits im vergangenen Jahr um 5,7 Prozent auf 17 Milliarden Euro, nachdem der Markt 2022 erstmals Rückgänge verzeichnete. Die hohe Inflation führte zu einer temporären Kaufzurückhaltung, von der auch Bioprodukte betroffen waren. Dennoch erholt sich der Markt, doch die heimische Produktion kann mit der Nachfrage nicht Schritt halten. Die Bereitschaft zur Umstellung auf biologische Bewirtschaftung bleibt verhalten.
Die Bio-Anbaufläche in Deutschland ist im letzten Jahr leicht gewachsen und macht nun 11,5 Prozent der Agrarfläche aus. Doch das Ziel eines 30-prozentigen Bio-Anteils bis 2030 scheint in weiter Ferne, zumal die Zahl der Öko-Betriebe rückläufig ist. Altersbedingte Betriebsaufgaben ohne Nachfolge tragen dazu bei, genauso wie die höheren Stückkosten im Öko-Landbau.
Darüber hinaus beleuchtet der Bauernverbandsbericht verschiedene Markttrends: Beim Schweinefleisch stabilisierte sich der Pro-Kopf-Verzehr, während die Rentabilität in der Mast gering war. Rindfleisch und Geflügel zeigten robuste Nachfrage, wobei bei Geflügel insbesondere Hähnchenfleisch beliebt ist. Der Milchmarkt erlebte eine dynamische Entwicklung mit erst knappem, dann reichlicherem Angebot. Trotz einer üppigen Apfelernte sanken die Preise. Bei Erdbeeren und Spargel fielen die Erträge historisch schlecht aus.
Der Eiermarkt verzeichnete dank enormer Nachfrage Rekordverbrauche, insbesondere für Bio- und Freilandhaltung. Der Weizenmarkt bleibt volatil, mit aktuellen Preisrückgängen im Vergleich zum Vorjahr, während global eine Rekordernte erwartet wird.

