Stabilus unter Druck: Aktienkurs im freien Fall
Der jüngste Ausblick von Stabilus hat den Aktienkurs des Auto- und Industriezulieferers weiter sinken lassen und die Jahresbilanz deutlich getrübt. Im frühen Handel am Montag fielen die Aktien zeitweise um über zwölf Prozent auf 21,55 Euro – das niedrigste Niveau seit April. Im weiteren Verlauf des Tages lag das Minus bei den Stabilus-Aktien immer noch bei über acht Prozent, was sie zum schwächsten Wert im Nebenwerteindex SDax machte, der an diesem Tag moderat zulegte.
Nach einem enttäuschenden Quartal zeigt sich Stabilus insgesamt zurückhaltender für das gesamte Geschäftsjahr. Die allgemeine Unsicherheit bremse die Investitionsbereitschaft insbesondere der Industriekunden im Automobilbereich in Amerika, erklärte CEO Michael Büchsner. Analysten reagierten enttäuscht auf die jüngsten Entwicklungen. Marc-Rene Tonn von Warburg Research warf einen kritischen Blick auf das Quartal und wies auf den Umsatzrückgang hin, der durch das derzeitige Marktumfeld, globale Zollstreitigkeiten, einen ungünstigen Produktmix im Automobilgeschäft und den schwachen US-Dollar beeinflusst wurde.
Während einige positive Entwicklungen im Bereich Ersatzteile sowie in der Luftfahrt, Schifffahrt und im Schienenverkehr verzeichnet wurden, konnten diese den Rückgang im Autogeschäft und bei den Industriekomponenten nicht ausgleichen. Der Ausblick für das Gesamtjahr befindet sich nun am unteren Ende der prognostizierten Spannen, so Tonn. Stephen Reitman von Bernstein Research hob hervor, dass Stabilus erneut die Erwartungen hinsichtlich Umsatz und Profitabilität nicht erfüllen konnte. Anders als in früheren Jahren könnte die schwache Marge zu Beginn des Jahres in den kommenden Quartalen nicht wieder aufgeholt werden. Die Übernahme des US-Automatisierungsspezialisten Destaco habe zwar die Profitabilität erhöht, verdecke jedoch die schwächere Gesamtlage des Unternehmens.
Die Stabilus-Aktien haben seit Jahresbeginn etwa ein Viertel ihres Wertes verloren, während der SDax um etwa ein Viertel gestiegen ist. Das Chartbild hat sich mit dem jüngsten Kurseinbruch weiter verschlechtert; nach einer Stabilisierung seit Mai eröffneten die Aktien nun eine Kurslücke nach unten. Dies bedeutet, dass der Montagshöchstkurs den Tiefstkurs vom Freitag nicht erreicht hat. Weiterhin liegt der Aktienkurs deutlich unter den 21- und 50-Tage-Durchschnittswerten, welche die kurz- und mittelfristigen Trendindikatoren darstellen. Bereits Ende Mai hatte der Kurs zudem die langfristig wichtige 200-Tage-Linie nach unten durchbrochen.

