Zwischen Pflichtbewusstsein und Selbstfürsorge: Wie Arbeitnehmer ihre Gesundheit im Job managen
In einer kürzlich durchgeführten Umfrage im Auftrag der Pronova BKK zeigt sich ein differenziertes Bild darüber, wie in Deutschland Erwerbstätige mit gesundheitlichen Beschwerden umgehen. Besonders bemerkenswert ist, dass 45 Prozent der Befragten selbst bei Rückenschmerzen weiterhin zur Arbeit erscheinen oder zumindest im Homeoffice produktiv bleiben. Im Gegensatz dazu wählen 11 Prozent den Weg, sich vollständig zu Hause zu erholen, bis die Genesung abgeschlossen ist. Auch bei Beschwerden wie Allergien oder psychosomatischen Leiden hält der Trend an, dass viele lieber ihre beruflichen Verpflichtungen wahrnehmen, als eine Genesungspause einzulegen. Bei leichteren Erkältungen finden sich sogar ein Drittel der Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz ein, während ernstere Erkrankungen wie Bronchitis oder grippale Infekte noch 15 Prozent nicht von ihrer Arbeit abhalten.
Besonders spannend ist die sogenannte "Bettkantenentscheidung": Die Befragten wurden gefragt, ob sie sich trotz Arbeitsfähigkeit krankmelden würden. Hier gaben 7 Prozent an, dies häufig zu tun, während 22 Prozent dies zumindest manchmal in Betracht ziehen. Aber auch hier steigt mit zunehmendem Alter der Beschäftigten die Neigung, den Weg ins Büro der Krankschreibung vorzuziehen.
Patrizia Thamm, Expertin der Pronova BKK, betont, dass Krankmeldungen bei psychischen oder körperlichen Überlastungen ein Zeichen für wachsendes Gesundheitsbewusstsein und eine notwendige Form der Selbstfürsorge sein können. Gleichwohl spielen dabei oft auch persönliche Faktoren eine wesentliche Rolle. Für die Umfrage wurden im Oktober bundesweit 1.230 Arbeitnehmer ab 18 Jahren befragt.

